Neues vom Garsedower Schatz : Rarität und Bodenständiges

Blick auf den Speicher, bei dem es sich um den ältesten Brandenburgs handelt.
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Blick auf den Speicher, bei dem es sich um den ältesten Brandenburgs handelt.

Am 3. Oktober zum Saisonausklang Festivität auf dem Vierseitenhof / Am Denkmalspeicher geht es aber jetzt erst richtig los

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29. September 2017, 12:00 Uhr

Während Gabriele Schönfeld den Saisonausklang auf dem Deichhof in Garsedow für den 3. Oktober mit einer herbstlichen Festivität für alle Interessierten plant, ist Bauingenieur Horst Schönfeld dabei, Pläne für die nächsten Wochen zu machen, die mit Ausklang und Ende nichts zu tun haben. Die Planungen drehen sich um den alten Speicher. Der Vierseitenhof, auf dem Schönfelds vor drei Jahren ihre Pension eröffneten, ist etwas Besonderes. Aber der besagte Speicher toppt das noch. Er ist der älteste bislang Bekannte des Landes Brandenburg.

Horst und Gabriele Schönfeld werden den Speicher, mancher sagt auch Scheune, in sehr enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz sanieren. Kreislichen Denkmalschützern war vor gut drei Jahren bei einer Begehung anlässlich der Hofübergabe an die heutigen Besitzer das eigentlich unscheinbare und auch noch ziemlich windschiefe und vom Zahn der Zeit angenagte Gebäude ins Auge gefallen. Als die Fachleute sich dann näher mit den Holzkonstruktionen befassten, war ziemlich schnell klar, die Scheune ist eine historische Rarität, denn sie wurde zwischen 1530 und 1540 errichtet. Das haben dendrologische Untersuchungen des Holzes ergeben.

„Wir müssen und werden in diesem Jahr noch das Fördergeld, das uns die Deutsche Stiftung Denkmalpflege und der Landkreis bewilligten, verbauen“, kündigt Schönfeld an. Wobei das Wort Verbauen im weitern Sinne zu sehen ist, denn direkt gebaut wird nicht. Vielmehr werden, so erklärt es der Bauingenieur, die Ziegel aus den Holzgefachen genommen, die dann voraussichtlich im nächsten Jahr nach historischen Vorbild mit Lehm gefüllt werden. Außerdem sind Zimmerleute beauftragt, „denn der Holzbau wird uns in der nächsten Zeit noch eine ganze Menge abverlangen“. Morsche Balken – Ständer, Riegel Dachbalken – müssen ersetzt werden. Neues Holz komme dafür nicht in Frage, erklärt Schönfeld. Aus Abrissobjekten gewinnt er das historische Baumaterial bis hin zu Ziegeln, mit denen in dem kleinen Speicher der Fußboden ausgelegt werden soll. Das ist erst für später geplant. Ebenso wie die Neueindeckung des Dachs. Die Ziegel kommen ’runter. Der Speicher erhält eine Eindeckung, wie sie zu seiner Errichtung üblich gewesen ist, nämlich mit Reet.

„Wenn alles gut läuft, dann haben wir zum Jahresende ein erneuertes Holzgestell – geschützt mit weißen Abdeckplanen – auf dem Hof stehen.

Wer allerdings am 3. Oktober zum Saisonabschluss auf dem Deichhof einkehrt, wird den Denkmalspeicher noch so erleben, wie er die letzten Jahrzehnte überdauerte.

„Wir freuen uns auf viele Besucher“, sagt Gabriele Schönfeld, denn auf unserem Deichhof haben wir gerne Gäste. Und sie sprüht vor Ideen. So soll dieses Mal die Kaffeetafel im Vorgarten gedeckt werden. „Bei der Versorgung bleiben wir ganz bodenständig“, versichert sie und plant schon mal Kalten Hund und Soljanka. Und natürlich werde der Buschbackofen angeheizt für Deftiges.

Ab 11 Uhr sind die Gäste auf dem Denkmalhof willkommen.

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