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Weihnachtsmärkte in der Prignitz : Räucheraal und fliegende Tannenbäume

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wittenberge, Weisen, Gadow, Lennewitz, Lindenberg ließen es weihnachten. Von neuen Akzenten, Waffelmuddis, Gospelgesang und Weltmeisterlichem

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erstellt am 13.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Weihnachtsmarkt am Wochenende auch in der größten Stadt der Prignitz.


Wittenberge


Das Bemühen der Organisatoren unter Federführung des Interessenrings WIR, einige Akzente anders bzw. neu zu setzen, hat augenscheinlich gefruchtet. Am Sonnabend, aber auch gestern füllte sich der Markt, der in diesem Jahr auf den Platz am Kulturhaus beschränkt war, und die Stimmung war gut. Dietmar Krempner vom Breeser Alpaka-Elblandhof war erstmals auf den Wittenberger Weihnachtsmarkt. „Klein, aber wirklich nicht schlecht“, so seine Meinung. Eigentlich, so sagt er, sei er davon ausgegangen, dass er so gut wie keinen Umsatz mache. „Aber die Leute wissen doch Qualität zu schätzen“. Er könne sich vorstellen, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Thomas Könning vom Gandower Angelteich kommt mit dem Räuchern von Aal, Lachsforelle und Co. fast nicht nach, kaum sind die Fische aus dem Rauch, sind sie auch schon verkauft. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Könning.

Weniger zufrieden ist ein Ehepaar: „Der Markt ist sehr überschaubar. Man ist schnell durch“, sagen die beiden Wittenberger. Gute Stimmung vor und hinter dem Budentresen bei der Feuerwehr. Die Kameraden sind mit ihrem Glühwein und der Bratwurst seit 20 Jahren eine ganz feste Markt-Größe. Etwas Neues ist hingegen das Engagement des Gymnasiums. Junge Musiker setzten neue Akzente, die Klänge zur Abendstunde aus Kulturhausfenstern sind etwas Besonderes. Dass die Besucher sich um die besten Plätze drängelten, als Samstag die Tanzschule Rösel ein Showprogramm zeigte, ist kein Wunder. WIR-Chef Thomas Schneider zog gestern sichtlich zufrieden ein erstes Resümee: „Wir sind sehr zufrieden. Die Resonanz ist gut.“


Gadow


Kraftvolle Würfe und kulinarische Angebote – das war der Gadower Adventsmarkt. Das sportliche Highlight seit Jahren: Die Weltmeisterschaft im Tannenbaumweitwurf. Den weiteres Wurf landete dieses Mal Frank Pubanz mit 11,30 Meter. Auf Platz zwei bei den Männern Sebastian Rose, der auch im vergangenen Jahr den zweiten belegte, und Herr Härting jeweils mit 10,90 Meter. 22 Männer traten an, bei den Frau trauten sich zwölf. Eyleen Pubanz (5,60 m) sorgte dafür, dass der Sieg in der Familie blieb. Auch 25 Kinder wetteiferten um den weitesten Wurf. Den landete Niclas Scheer mit beachtenswerten 8,20 m.

Fisch, dem man beim Räuchern fast zugucken konnte, Grünkohl mit Kohlwurst aus dem großen Kessel und vieles mehr fanden wieder ihre Liebhaber. Die Wildbraten waren im Nu weg, ebenso gefragt das Brot frisch aus dem Buschbackofen. Den hatte Petra Dobberlog wieder von der Oberförsterei gemietet. Und da die eine Ladung Brot im vergangenen Jahr so schnell aus war, wurden gleich zwei vorbereitet. Ob mit Tomate, Zucchini, Zwiebel oder Schinkenspeck und für die Leckermäuler ein süßer Teig – das Selbstgebackene wurde nicht kalt. Kurzum, klein aber fein – der Adventsmarkt in Gadow war wieder das Kommen wert.


Weisen


Bürgermeister David Leu hat den Weisener Weihnachtsmarkt am Samstagnachmittag noch gar nicht eröffnet, da ist das Gedränge am Landmarkt schon groß. Zwischen Ständen mit frischem Brot, Schmuck, Kerzen und Honig fällt einer besonders auf: der der Weisener „Waffelmuddis“. Der leckere Duft lockt viele Käufer an. Das ist auch gut so. Denn der Erlös, den die Muttis und Vatis der Kita-Kinder mit ihrer Waffelbäckerei erwirtschaften, ist für die Kindertagesstätte im Ort bestimmt. Die Knirpse stehen derweil auf der Bühne. Sie haben für den Markt extra ein Programm einstudiert. Fotoapparate und Handys klicken, als die Kleinen singen und spielen. Der Bürgermeister sagt Dankeschön. Die Gemeinde hatte für jedes Kind einen Schlupfschal organisiert.


Lennewitz


Auch wenn das Minidorf Lennewitz nur 36 Einwohner zählt, zum Weihnachtsmarkt soll es in jedem Jahr etwas Besonderes geben. Und das hat wieder geklappt. „Wir haben den Gospelchor aus Marnitz zu uns eingeladen“, sagt Andreas Haufe. Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats hatte über einen Arbeitskollegen von diesem Kirchenchor gehört, der diesen in den höchsten Tönen lobte. Und wirklich, die Gospelsänger aus dem Mecklenburgischen ist klasse, begeisterte die Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche. Sie klatschten und sangen mit. Die Marnitzer traten ohne Gage auf. Haufe ist deshalb froh, „dass unsere Gemeinde uns drei Kleinbusse zur Verfügung stellte, mit denen wir die 25 Sängerinnen und Sänger abholen konnte“. Die Veranstaltung in der Kirche war Höhepunkt des wohl kleinsten Marktes der Prignitz, der wie alle Jahre unter der Friedenseiche stattfand.


Lindenberg


Einen Markt veranstalten die Lindenberger nicht. Aber der Weihnachtmann findet sich trotzdem alle Jahre wieder in dem Wittenberger Ortsteil ein. Nämlich dann, wenn Kinder und Eltern sich zu einem Fackelumzug treffen.  
 

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