Wildwest auf der A 24 : Räuber stiehlt Auto von Prignitzerin

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Mann zwingt Opel-Fahrerin auf A 24 zum Anhalten, steigt in den Wagen und nötigt sie zur Weiterfahrt / Polizei nimmt Tatverdächtige fest

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01. Juli 2015, 17:14 Uhr

Das Drama, das sich gestern auf der A 24 zwischen Zarrentin, Wittenburg und später in Gadebusch abspielte, hätte Stoff für einen schlechten Actionfilm geboten. Trauriger Höhepunkt war ein Überfall direkt auf der Autobahn, wo Autos zur Vollbremsung gezwungen wurden und ein Täter den Opel einer 41-jährigen Frau aus dem Raum Karstädt raubte, die er mit einem Elektroschocker bedrohte.

Im Mittelpunkt stehen zwei Tatverdächtige, die sich offenkundig auf der Flucht befanden. Davon ging die Polizei jedenfalls gestern Nachmittag aus. Konkrete Beweise für deren Taten gab es bis zum Redaktionsschluss nicht.

Zunächst fielen die beiden 34 und 36 Jahre alten Männer gegen 7 Uhr in einem Audi zwischen Zarrentin und Gudow als Geisterfahrer auf. Nach der Meldung eines Lkw-Fahrers soll der Audi- Fahrer sein Fehlverhalten bemerkt und das Auto in einer Baustelle bei Gudow gewendet haben. Wenig später, um 7.30 Uhr, stießen die beiden in ihrem Audi seitlich mit einem Mercedes zusammen. Beide sprangen danach flüchtend über die Mittelschutzplanke und nötigten dann auf der Gegenfahrbahn wild gestikulierend einen Opel zum Anhalten. Laut Polizeibericht soll sich ein Audi-Insasse zu der 41-jährigen Opel-Fahrerin auf den Beifahrersitz gesetzt und sie zur Weiterfahrt gezwungen haben. Dabei habe der Tatverdächtige auch einen Elektroschocker in der Hand gehalten und die Frau damit bedroht.

Nahe der Autobahnabfahrt Wittenburg ließ der Täter die Frau aus dem Wagen aussteigen und setzte seine Flucht von der Autobahn weg über Landstraßen fort. Die Frau habe den Vorfall unverletzt überstanden, heißt es weiter.

Im Zuge der Fahndung konnte die Polizei den geraubten Opel bei Gadebusch feststellen und den Tatverdächtigen vorläufig festnehmen. Unterdessen entdeckten Beamte den 34 Jahre alten zweiten Audi-Insassen in einem Graben unweit der Unfallstelle und nahm ihn ebenfalls vorläufig fest.

Beide Verdächtige befinden sich gestern noch im Polizeigewahrsam im Hagenower Revier. Gegen sie wird unter anderem wegen räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer sowie wegen Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Weiterhin wurde bei ihnen eine erhebliche Menge Bargeld gefunden, dessen Herkunft unklar ist. An dem Polizeieinsatz waren auch mehrere Streifenwagen der Polizei Schleswig-Holsteins beteiligt. Da zeitweise nicht klar war, wie viele Verdächtige gesucht werden, kam der Polizeihubschrauber kurzzeitig zum Einsatz.

„Meine Frau ist körperlich unversehrt, muss das Erlebte jetzt aber erst einmal verarbeiten. Das war heute für sie das reinste Horrorszenario“, sagte gestern am späten Nachmittag der Gatte der Opel-Fahrerin dem „Prignitzer“. Glücklich sei man, jetzt wieder zu Hause zu sein. Die Familie ist im Raum Karstädt beheimatet. Mit einem Nachbarn hatte der Mann seine Frau von der Polizeidienststelle in Hagenow abholen können. Der Opel der Familie befinde sich zur Begutachtung in einer Werkstatt.



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