Tolles Radeljahr 2014 : Radvergnügen mit Wermutstropfen

Noch bis 27. November geht die große Radwanderguppe der Awo-Begegungsstätte 2014 auf Tour. Nach der Dezemberpause geht’s im Januar allerdings auch gleich weiter.
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Noch bis 27. November geht die große Radwanderguppe der Awo-Begegungsstätte 2014 auf Tour. Nach der Dezemberpause geht’s im Januar allerdings auch gleich weiter.

Gruppe der Awo-Begegnungsstätte legte 2014 rund 1400 Kilometer im Sattel zurück / Kritik an der Verbindung Weisen-Perleberg

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14. November 2014, 12:00 Uhr

Ein Super-Radeljahr war es für die große Radwandergruppe der Awo-Begegnungsstätte. Dieses Resümee können Rita Tessnow und Jürgen Waßmuth bereits jetzt ziehen, da noch zwei Tour-Termine für 2014 ausstehen. Rund 1400 Kilometer haben die Senioren in den vergangenen knapp elf Monaten auf ihren Drahteseln zurückgelegt, etwas mehr als im vorigen Jahr. 18 Frauen und Männer gehören zur Gruppe. Nicht jeder radelt jedes Mal mit. Aber jeder versucht natürlich, so oft wie möglich dabei zu sein bei den Erkundungstouren in der Umgebung der Rolandstadt. „Ende November waren wir insgesamt 47 Mal unterwegs. Ich freue mich auch sehr darüber, dass wir dieses Jahr gleich zweimal bis nach Sachsen-Anhalt, genauer gesagt nach Beuster, geradelt sind“, so Rita Tessnow.

Geschmälert sehen die rüstigen Rentner – die meisten sind im Alter von 70 bis Anfang 80 – das Fahrvergnügen jedoch vor allem an der alten B 189 zwischen Weisen und Perleberg. Jene Strecke, auf der das Tempolimit von 100 auf 80 Stundenkilometer reduziert wurde, um die möglicherweise darauf befindlichen Radfahrer nicht zu stark zu gefährden. Der neben der Straße verlaufende Radweg wurde entwidmet, seine Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr. „Durch die Entwidmung können jetzt auf dem einstigen Radweg auch Autos und Zweiräder fahren. Das merkt man schon“, verdeutlicht Rita Tessnow. Sie und Jürgen Waßmuth halten den Vorschlag, als Radler stattdessen auf die nach wie vor stark befahrene Autostraße auszuweichen, für unverantwortlich. Allein die Tatsache, dass man über weite Strecken direkt neben einer Leitplanke fahre, erhöhe das Unfall- und Verletzungsrisiko noch. Besonders gefährlich sei es für Radler, die allein unterwegs sind. „Als Gruppe werden wir immer noch anders wahrgenommen“, sagen Jürgen Waßmuth und Rita Tessnow. Für den letzten Abschnitt ihrer gestrigen Tour, die sie über Quitzow, Sükow, Dergenthin, Schilde und Weisen wieder zurück nach Perleberg führte, wählte die Gruppe eine Alternativroute, die über das Gelände des Betriebshofes zum Schwarzen Weg führt. Das sei, je nach vorangegangener Witterung recht gut befahrbar, ein kleines Stück müsse man schieben, so Jürgen Waßmuth.

Über Alternativen machen sich auch die Verantwortlichen der Stadt Gedanken, zuletzt in der öffentlichen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Dienstagabend. Dort wird die Herabsetzung des Geschwindkeitslimits auf Tempo 80 ebenfalls kritisch gesehen. Es könne keine Lösung sein, die B 189 (alt) für Radler freizugeben, weil der daneben befindliche Radweg defekt sei, war man sich einig. An einer neuen Linienführung für das Stück zwischen Weisen und Perleberg, das zur überregionalen Radroute „Gänsetour“ gehört, arbeite man im Hintergrund indes bereits, sagte Liane Schulz, Sachbereichsleiterin für Tiefbau in der Stadtverwaltung. Noch sei aber nicht alles in Sack und Tüten.


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