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Der Prignitzer

19. Oktober 2017 | 16:51 Uhr

Radler-Oase in neuen Händen

vom

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2012 | 05:57 Uhr

Putlitz | Es ist ein lachendes, aber auch ein weinendes Auge, mit dem sich Gabi und Uli Miersch von ihrer Pension "Zur Post" trennen. Denn in dem Haus, das sie 2004 in Putlitz erwarben, von Grund auf sanierten und umbauten, bevor sie es 2005 als Pension eröffneten, steckt viel Herzblut. In mühevoller Kleinarbeit hatten sie damals die alte Bausubstanz aufgearbeitet, mit viel Liebe die Zimmer eingerichtet. Und das alles vorwiegend an den Wochenenden, denn Mierschs pendeln seit fast 13 Jahren nach Hameln zur Arbeit, leben die Woche über dort.

So hatten sie schon ihr Wohnhaus am Wall in Putlitz gebaut und gleich dazu eine Ferienwohnung. Die bekam ob ihrer Ausstattung und Gastlichkeit dann auch vier Sterne. Doch schon bald merkten Mierschs, dass der Bedarf an Übernachtungen gerade für Radtouristen immer größer wurde. "Damals stand ja vor allem unsere Gänsetour noch im Mittelpunkt, und die führt über Putlitz", erinnert sich Uwe Neumann vom Tourismusverband Prignitz. Und so waren er und seine Mitstreiter auch froh über Mierschs Entscheidung für die Pension. Gäste kamen ausreichend, doch die eigentliche Idee, dass einer von beiden davon leben könnte, bewahrheitete sich nicht. "Für ein Auskommen als Selbstständiger reicht es nicht", schätzt Uli ehrlich ein.

Doch das sei nicht der Grund, warum die Pension jetzt in neue Hände gegeben wird. Uli Miersch ist schwer krank, "wir müssen jetzt andere Prioritäten setzen", sagen er und seine Gabi. Und in Fatima und Ingo Jahnke haben sie gute Nachfolger gefunden. Die übernehmen nicht nur die gute Seele der Pension - Erika Wolf - die immer zur Stelle ist, wenn man sie braucht. "Selbst wenn wir abends um 21 Uhr anrufen, setzt sich Erika aufs Fahrrad und kommt her", bekräftigt Uli. Jahnkes schaffen auch neue Angebote für die Pensionsgäste und für die Putlitzer. Ingo Jahnke betreibt nämlich bereits seit 1999 die Gaststätte Schumacher nur knappe fünf Minuten Fußweg von der Pension entfernt. So kann er den Pensionsgästen dort auch Abendessen anbieten, wenn sie es wünschen. Frühstück macht Erika Wolf, oder aber die Gäste versorgen sich selbst in der kleinen Pensionsküche.

Im Untergeschoss der Pension war noch bis April dieses Jahres die Post eingemietet mit einem Verteilerzentrum. Jetzt stehen die Räume leer. Jahnkes wollen sie sanieren und dann für Familienfeierlichkeiten oder andere Feste anbieten. Und wer will, kann die Pensionszimmer dann gleich mit nutzen. Für Jahnkes eine ganze Portion mehr Arbeit, zumal Fatima selbst einen ausgefüllten Arbeitstag hat als stellvertretende Filialleiterin eines Supermarktes, Jahnkes zudem auf dem Hof in Hülsebeck Gänse, Enten und Hühner halten für die eigene Vermarktung in der Gaststätte. "Sie sind eben beide ein bisschen ,verrückt’ wie Mierschs auch, aber unserer Stadt tut solches Engagement gut", meint Bürgermeister Bernd Dannemann, und Neumann bekräftigt das.

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