Radler dürfen dort doch in die Pedalen treten

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29. Mai 2013, 06:39 Uhr

Wittenberge | Entgegen den bisherigen Planungen soll der Promenadenweg zwischen dem Schlauchturm der Alten Ölmühle sowie dem Wasser- und Schifffahrtsamt nun doch für Fahrradfahrer frei gegeben werden. Über diese Absicht der Verwaltung informierte am Dienstagabend Bauamtschef Martin Hahn die Mitglieder im Wirtschafts- und Bauausschuss, die das kommentarlos zur Kenntnis nahmen.

Hahn bestätigte diese Absicht gestern gegenüber dem "Prignitzer", fügte aber ausdrücklich hinzu: "Es soll dadurch keine Konkurrenz zum Elberadweg entstehen." Deshalb wird es laut Hahn auch keine Beschilderung geben. "Das Radeln auf der neuen Promenade wird nur geduldet." Als Gründe für diese Entscheidung führt die Verwaltung ins Feld, dass der Weg mit seiner Breite von rund sechs Metern und seiner baulichen Ausführung für Radfahrer geeignet ist. Es werde also sowieso nicht ausbleiben, dass die Zweiradfahrer ihn in Beschlag nehmen.

Das könnte aber durch entsprechende Zufahrtssperren verhindert bzw. zumindest erschwert werden. Solche Barrieren brachte Bernd Gerhardt im Januar ins Gespräch, als sich die Mitglieder im Werkausschuss für den Kultur- und Tourismusbetrieb mit der Promenade und der möglichen Freigabe für Pedalritter befassten. Der Ausschuss wollte, dass die Promenade allein den Fußgängern vorbehalten ist.

Der Elberadweg bleibt, wo er ist. Er werde auch dann durch die Innenstadt führen, wenn die Promenade fertig ist, vertrat der Bauamtsleiter gestern auf "Prignitzer"-Nachfrage mit Nachdruck die Verwaltungsposition. Das Radeln auf dem Promenadenweg solle schließlich, wie gesagt, nur geduldet werden.

Auch für den Chef des Kultur- und Tourismusbetriebes, Hans-Jürgen Döllefeld, steht außer Frage, "dass der Elberadweg weiterhin auf einer Route durch die Innenstadt ausgeschildert wird".

2011 war Döllefeld, wie im Prignitzer vom 20. Januar jenes Jahres nachzulesen, noch weiter gegangen. Im Zuge einer Debatte mit Innenstadt-Gastronomen, die sich wegen des neuen Weges am Wasser touristisch benachteiligt fühlten, hatte der KSTW-Chef betont, dass "die Promenade ausschließlich ein Fußweg wird".

Das ist nun aber augenscheinlich vom Tisch. Die Frage, ob die Touristen wirklich den Schildern folgen und in die Innenstadt abbiegen oder künftig lieber am Wasser bleiben, beantwortet die Realität mit der Fertigstellung der Promenade.

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