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Der Prignitzer

23. November 2017 | 05:04 Uhr

Radieschensalat statt Currywurst

vom

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erstellt am 06.Aug.2012 | 09:16 Uhr

Rühstädt | Lena (Odenthal) hatte er am Freitagabend im Storchendorf nicht dabei - dafür Jacqueline Roussety, Co-Autorin des Buches "Allein unter Gurken - Mein abenteuerlicher Versuch, mich regional zu ernähren". Schauspieler Andreas Hoppe, einem Millionen-Publikum aus dem Ludwigshafener "Tatort" bekannt als Kommissar Mario Kopper - an der Seite von Ulrike Folkerts (Kommissarin Lena Odenthal) - hatte nämlich während der Dreharbeiten zu einem "Tatort" begonnen, über das Catering essen nachzudenken, das sich verlockend vor ihm ausbreitet, ohne dass sich ihm jedoch Herkunft, Qualität und Zubereitungsart offenbaren. Herausgekommen ist ein Buch, das zum Schmunzeln bringt, aber auch nachdenklich macht, ein Buch mit autobiografischen Zügen.

Es passte hervorragend zur Idee der "Langen Nacht vom guten Essen", zu der das Biosphärenteam erstmals nach Rühstädt eingeladen hatte. Der Zuspruch am Freitagabend überwältigend: Rund 160 Besucher zählte Mitarbeiter Jan Schormann. Warum in den "Tatorten" oft Currywurst mit Pommes oder einfach Nudeln verzehrt werden, es beim Thema Ernährung also quasi kriminell zugeht - auf diese Fragen, die Jeanette Fischer, Leiterin des Biosphärenreservats, und ihre Kollegin Anneliese Struck eingangs stellten, gab es keine erschöpfende Antwort. Warum man sich über das, was man verzehrt, etwas mehr Gedanken machen sollte, im Verlauf des Abends aber schon.

Mit der "Langen Nacht vom guten Essen" sowie der seit Saisonbeginn laufenden Ausstellung "Märchenhaft aufgetischt" setzt die Biosphäre im Jahr der Ernährung innerhalb der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" einen eigenen Akzent und schafft eine Punktlandung bei den Verbrauchern. Denn auch die Ausstellung ist seit Monaten gut besucht. Im Frühling setzten sich überdies Beiträge innerhalb der Ökofilmtour mit dem Thema Ernährung auseinander, ebenfalls Publikumserfolge an verschiedenen Spielorten.

Wichtig sei letztendlich, dass man es schafft, seine Botschaft an die Menschen zu bringen, formulierte es Jan Schormann Freitagabend am Rande der Veranstaltung. Das scheint in diesem Jahr ganz besonders gut zu gelingen - am Freitag sicher auch, weil alles zum Anfassen war: der populäre Schauspieler, die leckeren Speisen und Getränke, die "Storchenhof" und "Storchenkrug" kredenzten. Für die Gastronomen galt dabei ebenso die Maßgabe: gesund, regional und saisonal passend. Die Schlange an den Büffets wollte zu Beginn einfach nicht abreißen. Dass das Auge mitisst, wurde ebenfalls bedacht, nicht nur bei den eigentlichen Speisen. In Kooperation mit dem Antik hof Glöwen verwandelte sich der sonst eher nüchtern daherkommende Hof des Besucherzentrums in ein Freiluftlokal mit südländischem Flair. Wem einzelne Stücke der Ausstattung gefielen, konnte sie sogar gegen Bezahlung mit nach Hause nehmen.

Ob künftig ein Tatortkommissar, wie Frank Thiel alias Axel Prahl in der Münsteraner Ausgabe des Krimis, womöglich Gemüsesuppe oder Radieschensalat futtert, statt irgendwelcher fettigen Sachen, konnte Freitagabend übrigens nicht abschließend geklärt werden. Andreas Hoppe meinte mit einem Augenzwinkern: "Ich kann mir das allerdings sehr gut vorstellen."

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