Perleberg : Quempas in neuen Händen

Generalprobe für das szenische Singspiel der Weihnachtsgeschichte.
Generalprobe für das szenische Singspiel der Weihnachtsgeschichte.

Irmela Czubatinski hat die Regie nun an Petra Eggert übergeben / Freitag, 19 Uhr, Probe für den Wechselgesang

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20. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Wenn aus Wiebke Maria und aus Henrik Josef werden, der kleine Janne das Hirtenkostüm überstreift, dann ist wieder Quempas. Am ersten Weihnachtstag um 6 Uhr rufen die Glocken in die St. Jakobi-Kirche zu Perleberg. Es ist etwas Besonderes, was die Rolandstadt hier zu bieten hat – ein szenisches Singspiel der Weihnachtsgeschichte. Vorbereitet wurde dieses seit eh und je von Frauen. Seit 2001 hatte Irmela Czubatinski diese Aufgabe inne und wurde im vergangenen Jahr von Petra Eggert unterstützt. Deren beide Kinder gehören zu den Hirten bzw. Henrik ist vom König aufgestiegen, verkörpert nun den Josef. Julia, ihre Jüngste war gerade fünf Jahre alt, also begleitete sie die Mutti und wurde sogleich auch von der Notwendigkeit überzeugt, Irmela Czubatinski hilfreich zur Seite zu stehen. Und jetzt, wo jene den Staffelstab weitergegeben hat, stehe sie bereit. „Ich bin Ur-Perlebergerin, habe den evangelischen Kindergarten besucht, bin hier konfirmiert worden und Gemeindemitglied, da ist es keine Frage, da gibt es kein Nein, wenn man gefragt wird.“ Und es mache ihr vor allem auch Spaß, gesteht sie offen ein. In Antje Vogt hat sie nun eine helfende Hand zur Seite. Und jene hat auch gleich ihre drei Kinder mitgebracht – Wiebke, Ole und Janne. „In diesem Jahr haben wir so keine Besetzungsprobleme“, freut sich Petra Eggert. Sechs Hirten, die drei Könige sowie die Hauptfiguren Maria und Josef werden die Weihnachtsgeschichte lebendig werden lassen.

Das frühe Aufstehen macht ihnen nichts aus. Man könne vor Aufregung sowieso nicht schlafen. „Und mich erstaunt es immer wieder, wie viele es uns gleich tun“, gesteht Petra Eggert. Denn morgens um 6 Uhr ist am ersten Weihnachtsfeiertag die Kirche voll. „Quempas hat bei uns Tradition, Quempas ist aber auch etwas ganz Besonderes, das wir uns einfach bewahrt haben“, so die junge Frau, die seit diesem Jahr alle Fäden in den Händen hält. Dreimal wird die Weihnachtsgeschichte geprobt, am 22. Dezember ab 19 Uhr wird der Wechselgesang in der Winterkirche geübt. Jeder ist willkommen, denn während beim Quempas von der Empore der Chor erklingt, stimmt die Gemeinde unten das Resonet, den Antwortgesang, an. Der Quempas ist live, davon lebt er. Er ist aber auch darauf angewiesen, dass viele mitsingen.

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