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Der Prignitzer

14. Dezember 2017 | 11:26 Uhr

Quandtsche Tuchfabrik öffnet die Tore

vom

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 06:00 Uhr

Pritzwalk | Die Quandtsche Tuchfabrik in Pritzwalk steht dieses Jahr am Tag des offenen Denkmals im Mittelpunkt. Am 8. September öffnen sich die Tore für interessierte Besucher. Unter dem Motto "Jenseits von gut und schön: unbequeme Denkmäler" hat sich die untere Denkmalschutzbehörde der Prignitzer Kreisverwaltung dazu entschieden, die Tuchfabrik der Familie Quandt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken.

Erbaut wurde der Fabrikzweckbau in den Jahren 1936 bis 1938 und hat seitdem eine wechselvolle Geschichte erlebt. Als einer der größten Arbeitgeber in Pritzwalk vor dem zweiten Weltkrieg hatte die Tuchfabrik eine große Bedeutung in der Stadt. Nach 1945 wurden die Maschinen abgebaut und als Reparationsleistung nach Russland gebracht. Ab 1952 war in den Verwaltungsgebäuden die damalige Kreisverwaltung untergebracht, seit 1993 standen die Räume ungenutzt leer. Andere Gebäudeteile wurden bereits kurz nach dem Krieg zu Ausbildungskabinetten umgebaut. Auch ein Kupplungswerk hatte hier seine Räume, bis in den 60er Jahren das Pritzwalker Zahnradwerk gebaut wurde.

"Es ist immer schwierig, solche großen Gebäudekomplexe einer neuen Nutzung zuzuführen, vor allem, wenn sie eben als Zweckbauten errichtet wurden", sagt Ortrud Effenberger von der kreislichen Denkmalschutzbehörde. Dass es gelingen kann, auch denkmalgeschützte Zweckbauten zu erhalten und zu nutzen, sehe man in Pritzwalk zum Beispiel am Bahnhofsgebäude oder am alten Stadthotel. Aber auch die Ölmühle in Wittenberge sei ein Beispiel dafür. Vor allem seien es die Kommunen, die solche Objekte in die Stadtentwicklung einbeziehen und Nutzungskonzepte entwickeln müssen.

In der Quandtschen Tuchfabrik haben im Moment die Bauarbeiter das Sagen. "Wir werden den Tag des offenen Denkmals auch dazu nutzen, zum zweiten Tag der offenen Baustelle einzuladen", sagt der Pritzwalker Bürgermeister Wolfgang Brockmann. An diesem Tag kann man also nicht nur über die Geschichte der Gebäude etwas erfahren, sondern auch sehen, wie die Zukunft aussehen soll. "Viele Menschen, und das nicht nur aus Pritzwalk, verbinden ihre eigene Geschichte mit diesem Gebäude und haben ihre eigenen Erinnerungen. Das macht Denkmäler aus", so Ortrud Effenberger.

Am Tag des offenen Denkmals werden aber auch andere Gebäude ihre Türen öffnen. Darunter solche, die sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind wie das niederdeutsche Hallenhaus in Unbesandten oder das Fachwerkhaus der Familie Taylor in Barenthin in der Gemeinde Gumtow. Daneben werden aber auch das Schloss Grube und die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack ihre Pforten öffnen und den Besuchern die Geschichte der Bauten nahe bringen.

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