zur Navigation springen

Hilfe bei Notfall in der Natur : Punktlandung für Rettung im Wald

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

14 Rettungspunkte im Gemeindebereich Perleberg eingerichtet, kostenloser Download über Geoportal Forst Brandenburg

von
erstellt am 07.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Es passiert immer wieder, weiß Stadtförster Stefan Koepp: Bei Arbeiten im Wald verletzt sich ein Forstarbeiter, ein Jogger stürzt auf seiner Route oder ein Wanderer hat sich verirrt, braucht dringend Hilfe. Rettung im Wald ist jedoch oftmals schwierig. „Ein Baum sieht wie der andere aus, Wald gestaltet sich für Laien vielfach unübersichtlich. Oft fehlen auch Ortskenntnisse. Waldwege sind noch dazu keine Straßen und so nur bedingt mit Rettungsfahrzeugen befahrbar“, greift der Stadtförster den Gedanken auf. Das gab letztlich auch den Anstoß, um die Rettungskette Forst zu erweitern und öffentlich zu machen. Im Klartext, jeder, der im Wald in Not gerät, Hilfe braucht, kann sie jetzt nutzen, der Waldarbeiter ebenso wie Waldbesitzer, Jäger und in besonderem Maße eben auch Waldbesucher. An die 14 dieser Rettungspunkte gibt es im Gemeindebereich Perleberg, so Stefan Koepp, landesweit sind es über 1700 und bundesweit 50 000. Sie befinden sich im aber auch außerhalb des Waldes. Mit Hilfe von Koordinaten wird der Punkt genau beschrieben. So lässt sich per Telefon Hilfe anfordern, schnell und mit präziser Standortsbestimmung, erläutert der Stadtförster.

Bereits 2013 wurde dieses Projekt auf Initiative der Forstverwaltungen der Bundesländer beschlossen. Beim Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik laufen seither alle Fäden, richtiger gesagt alle Daten zusammen. Die forstlichen Rettungspunkte, die in einer digitalen Rettungspunkte-Karte aufgelistet sind, wurden bzw. werden zentral vom Kuratorium seither auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Im Perleberger Bereich wurden Ende des vergangenen Jahres die letzten Rettungspunktschilder aufgestellt. Über das Geoportal Forst Brandenburg (http://www.brandenburg-forst.de/webgis/) sind dieses zu finden, stehen kostenlos zum Download bereit. Die neue, erweiterte Vision biete erstmals zudem die Möglichkeit, die Daten in einer zoombaren Karte zu visualisieren.

Interessant vor allem auch der Fakt: Es gibt eine Rettungs-App für Android, iOS und Windows Phone, sprich „ein Netz ist nicht Voraussetzung, aber ein GPS-fähiges Smatphone und ein Akku, der durchhält“, fügt Stefan Koepp an. Im Unglücksfall werde über die App „Hilfe im Wald“ schnell der nächstgelegene Rettungspunkt identifiziert, Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst an die entsprechende Stelle gelotst. Der Rettungspunkt 1438 im Perleberger Forst ist sogar helitauglich.

Für den Landkreis Prignitz hat Marcus Bethmann, seines Zeichens Regionalleitstellenkoordinator, alle Rettungsleitpunkte in das Einsatzleitsystem der Rettungsleitstelle hinterlegt. Wer in unseren Wäldern Hilfe benötigt und diese über einen Rettungspunkt anfordert, wird auch gefunden. Dennoch müsse auch gesagt werden, dass es noch ein junges System ist, es praktisch noch in den Kinderschuhen stecke. Die Daten müssen abgeglichen und hinterlegt sein, um dann auch eingespielt werden zu können. In der Praxis lagen die Internet-Version und die der App auch schon dreieinhalb Kilometer auseinander. Insofern sei es schon wichtig, alle Leitstellen mit an Bord zu haben, bevor die App aktiv ist abzufragen, welche Daten benötigt werden, betont Marcus Bethmann. Denn es sei ohne Zweifel, eine gute, eine wichtige Sache, die wieder ein Stück mehr Sicherheit schaffe.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen