13 Brunnen für die Trinkwasserversorgung : Pumpen müssen mehr rackern

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Stadtwerke: Hitze lässt Trinkwasserbedarf nach oben schnellen.

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08. Juli 2015, 08:00 Uhr

180 Kubikmeter Trinkwasser müssen die Stadtwerke an Tagen mit normalen Temperaturen pro Stunde in das Leitungsnetz einspeisen. „Wird es so heiß wie am letzten Wochenende, steigt der Bedarf um bis zu 40 Prozent“, sagt Christian Kantor, Leiter für den Netzbetrieb Gas/Wasser. Der Spitzenwert habe diesmal sogar bei 280 Kubikmetern in der Stunde gelegen. „Die Leute duschen häufiger. Wasser wird zum Kühlen benutzt. Auch mancher Garten wird mit Trinkwasser versorgt“, nennt Kantor einige Gründe für den Anstieg. Sogar nachts würden Leute mehr Wasser zapfen, so um die 20 Prozent im Schnitt.

Auf die Frage, ob es bei länger anhaltender Wärme Schwierigkeiten bei der Versorgung geben könnte, schüttelt Kantor energisch den Kopf. „Grundwasser ist genügend vorhanden. Wir können im Normalfall 360 Kubikmeter in der Stunde Wasser filtern, sprich Trinkwasser produzieren.“ Kurzfristig sei es sogar möglich, die Leistung auf 500 Kubikmeter in 60 Minuten hochzufahren.

Das kostbare Nass wird aus drei Grundwasserleitern gepumpt, die sich in einer Tiefe zwischen 20 und 150 Metern befinden. Die Stadtwerke verfügen über 13 Brunnen, verteilt über eine Fläche von rund einem Quadratkilometer rings um das Wasserwerk herum, erklärt Kantor.

Spürt das Unternehmen, dass bei Hitze und Trockenheit auch Kleingärtner und Grundstücksbesitzer aus eigenen Brunnen mehr Wasser ziehen? „Nein, das hat keinen Einfluss auf uns, zumal ja 90 Prozent der Kleingärten nicht in der Fließrichtung liegen, aus der wir unser Rohwasser beziehen“, erklärt der Fachbereichsleiter. Und er setzt hinzu, es komme aus Richtung Perleberg mit Fließrichtung Elbe. Aber die Trockenheit mache sich bemerkbar. „Der Grundwasserspiegel in der obersten Schicht ist um etwa einen halben Meter gefallen.“

Kunden der Stadtwerke wissen, dass bei der Abrechnung der Trinkwasserverbrauch gleich Abwasserableitung gerechnet wird. „Wir wissen aber auch, dass so mancher seinen Garten mit Trinkwasser sprengt oder seinen Pool damit füllt. Diesen Kunden bieten wir an, sich Zwischenzähler setzen zu lassen.“ Es erfolge in diesen Spezialfällen keine Anrechnung des Abwassers.

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