Erfolgsgeschichte begann vor 200 Jahren : Pulsgeber im Radtourismus

Der Elberadwanderweg  lädt zu tollen Touren ein.
Der Elberadwanderweg lädt zu tollen Touren ein.

Mehr Gäste, mehr Geld – Karl Drais erfand vor 200 Jahren das Fahrrad und legte damit den Grundstein für den Prignitzer Tourismus

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20. Juni 2017, 21:00 Uhr

Im Juni 1817 fuhr Karl Drais erstmals auf einer Laufmaschine durch Mannheim. Hätte er dies nicht getan, sähe der Tourismus in der Prignitz ganz anders aus. Ein Großteil der Urlauber und Erholungssuchenden kommt mit dem Fahrrad oder setzt sich während des Aufenthaltes auf ein Zweirad“, konstatierte der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz, Mike Laskewitz. Wie viele es genau sind, darüber gibt es noch keine exakten Zahlen.

Zumindest wurden an drei Punkten des regionalen Radwegenetzes im Vorjahr Zählstellen eingerichtet. Dabei wurden am Elberadwanderweg in Wittenberge 52 676 Radler gezählt, in Gnevsdorf ebenfalls an der Elbe waren es 34 834 und in Sedikow auf der Tour Brandenburg waren es rund 10 000.

Auch wenn diese Zahlen nur eine Momentaufnahme darstellen, ist sich Laskewitz sicher: „Der Radtourismus in der Prignitz wächst Jahr für Jahr.“ Mit positiven Wirkungen auf die regionale Wirtschaft. Jeder Radtourist gibt laut Tourismusverband täglich 65,50 Euro aus.

958 Radler beteiligten sich zudem im Vorjahr an einer Fragebogenaktion. Demnach waren Sachsen und Nordrhein-Westfalen am häufigsten auf dem Prignitzer Abschnitt des Elberadwanderweges unterwegs. Mehr als die Hälfte der befragten Zweiradfahrer waren zwischen 50 und 69 Jahren. Mit 7,7 Tagen blieben sie länger als 2015 und gaben mehr als im Jahr zuvor aus, 78 statt 73 Euro. Die Radler bevorzugen Pensionen und entscheiden sich zum überwiegenden Teil spontan für ein Quartier. Fast 95 Prozent würden den Elberadwanderweg weiterempfehlen, 78 Prozent wollen wiederkommen.

Mit 1100 Kilometer Radwegen und 130 nummerierten Knotenpunkten kann sich die Prignitz auch im Fahrradboom-Land Brandenburg sehen lassen. Gleich vier Fernwege durchqueren den Landkreis: Der Elberadwanderweg, der Elbe-Müritz-Rundweg, die Tour Brandenburg und die Bischofstour.

Landesweit erkunden ein Viertel der Urlaubsgäste und elf Prozent Tagesausflügler Deutschlands wasserreichstes Bundesland mit dem Rad. Über 10 000 Kilometer meist asphaltiert, darunter 28 Radfernwege und mehr als 20 regionale Routen durchziehen die Mark. Nirgends in Deutschland ist der Anteil der Radurlauber so hoch wie in Brandenburg.

„Auf den Radrouten und Radfernwegen werden mit rund 850 Millionen Euro 26 Prozent des gesamttouristischen Umsatzes des Landes erwirtschaftet. Jeder vierte der jährlich rund 13 Millionen Übernachtungsgäste nutzt während seines Urlaubs in Brandenburg das Rad – der Bundesdurchschnitt liegt bei nur zwölf Prozent. Brandenburg ist also ein echter Pulsgeber im Radtourismus“, berichtet Britta Stark, Vorsitzende des Landestourismusverbandes Brandenburg e.V. (LTV).

Die touristischen Betriebe haben ihre Angebote auf die Radfahrer abgestimmt und lassen sich als Bett&Bike-Betriebe zertifizieren. „Aktuell sind 487 Hotels, Pensionen, Jugendherbergen, Naturfreundehäuser und Campingplätze in Brandenburg als Bett&Bike-Betriebe zertifiziert. Das ist eine tolle Zahl, aber hier würden wir uns wünschen, dass noch mehr Touristikanbieter das enorm hohe Potential der Radfahrer erkennen und mit speziellen Angeboten auf deren Bedürfnisse eingehen.

Mit einer Streckenlänge von 1111 Kilometern ist die „Tour Brandenburg“ der längste deutsche Radfernweg. Davon verlaufen 165 Kilometer durch die Prignitz, verbinden die historischen Stadtkerne von Havelberg, Lenzen, Perleberg und Wittstock, berühren auch Wittenberge und Rühstädt.

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