zur Navigation springen

Feuerwehr Wittenberge : Prüfungsstress mit Stift und Helm

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Acht künftige Truppmänner bzw. Truppführer der Wittenberger Wehr mussten Gelerntes unter Beweis stellen

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2016 | 12:00 Uhr

„Klar bin ich aufgeregt, auch wenn ich versuche, es mir nicht anmerken zu lassen“, gesteht Kevin Bethke. Seit vier Jahren ist er bei der Wittenberger Feuerwehr. Am Sonnabend nun stand für den 19-Jährigen die Prüfung zum Truppführer an. Die erste Hürde: die Theorie.

Seit rund zehn Jahren ist Norbert Bories als Kreisausbilder für die Truppmann- und die Truppführerausbildung zuständig. Hier geht es um das Grundwissen eines Feuerwehrmannes. Alles über Entstehung von Bränden und deren Bekämpfung, Dienstvorschriften und mehr wird abverlangt. „Die wichtigste Dienstvorschrift für jeden Feuerwehrmann ist die Nummer 3 – Einheiten in Hilfeleistungs- und Löscheinsatz“, ergänzt Kai Bleß. Er ist stellvertretender Ortswehrführer und seit über 20 Jahren bei den Wittenberger Blauröcken. Jene regle, wie ein Feuerwehrmann in der speziellen Einsatzlage zu agieren hat, was seine Aufgabe ist.

Während Kevin Bethke sich noch mit der Theorie herumschlägt, immerhin gilt es 50 Fragen zu beantworten, rücken die ersten Anwärter bereits aus. Denn nach der Theorie folgt die Praxis. „Sie ist zwar nicht gefordert, um als Truppmann bzw. Truppführer zu bestehen, aber in unseren Augen wichtig. Denn hier beweist der Kamerad, dass er das Gelernte auch anzuwenden weiß“, so der Kreisausbilder.

Auf dem Hof der Wache geht es um technische Hilfeleistung, am alten Ärztehaus beim Bahnwerk wird ein Brand simuliert. An der Seite der acht jungen Anwärter jeweils gestandene Kameraden. Die schlüpfen in die Rolle eines Truppmanns, so dass der angehende Truppführer hier sein Können unter Beweis stellen muss. Und auch umgekehrt wird das Rollenspiel zur Prüfungsaufgabe. „Für uns ist gerade auch der praktische Teil wichtig. Denn hier sehen wir als Ausbilder, auf was wir möglicherweise noch mehr Gewicht legen müssen“, betont Norbert Bories. Am Ende zeigen sich er und Ausbilder Sebastian Budtke zufrieden mit den Leistungen, sehen aber bei einigen Kameraden noch Nachholbedarf. Nach dem Leistungstest werden die Kameraden nun in die Züge wechseln und ihren regulären Dienst aufnehmen.

An die 70 aktive Kameraden zählt die Wittenberger Ortswehr und „über jeden Neuzugang sind auch wir glücklich“, so der stellvertretende Wehrführer. Denn erfahrungsgemäß bleiben von den ausgebildeten jungen Kameraden zwar alle zumeist der Wehr erhalten, aber nicht immer der, in der sie einst begannen. Durch Arbeit, vor allem aber durch Studium und Lehre zieht es sie in die Fremde, weiß Kai Bleß nur zu gut. Schon unter diesem Aspekt aber auch mit Blick auf die teure Ausrüstung sei die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren überaus wichtig. „Und mit den Nachbarn klappt es“, bestätigt Bleß. Man gehören nicht nur zum RWK, man praktiziere diesen, agiere eng mit Karstädtern und Perlebergern. Spezialisierung mache zudem vieles möglich. „Nicht jede Wehr kann alles an Technik vorhalten“, so der stellvertretende Wehrführer. Wittenberge hat so schweres Gerät für die technische Hilfeleistung, der Perleberger Part ist vor allem die Wasserversorgung und die Karstädter sorgen für Licht und sind bei der Waldbrandbekämpfung gefragt. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen