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Der Prignitzer

17. November 2017 | 19:02 Uhr

Proteste gegen Neonazis friedlich

vom

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2012 | 08:46 Uhr

Brandenburg/Havel | Rund 650 Menschen haben am Samstag mit einem "Tag der Demokratie" in Brandenburg/Havel gegen einen Aufmarsch der rechtsextremistischen NPD protestiert. "Niemand von den Neonazis ist in die Innenstadt gekommen. Das ist ein großer Erfolg für die Zivilgesellschaft", sagte Aktionstagsprecher Heinz-Joachim Lohmann. Braunes Gedankengut dürfe "jetzt und in Zukunft in unserer Mitte keinen Platz haben", sagte Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke). Zu dem Protest hatten Parteien, Gewerkschaften und Kirchen aufgerufen.

Polizeisprecher Torsten Ringel sagte, es habe keine größeren Zwischenfälle gegeben. "Wir haben auf Deeskalation gesetzt, Neonazis und Demokraten strikt voneinander getrennt." Einer Mitteilung der Polizei zufolge waren rund 460 Beamte aus Berlin und Brandenburg im Einsatz. Gegen vier Teilnehmer des rechten Aufmarsches im Alter von 21 bis 25 Jahren wurden Strafanzeigen gestellt, weil diese nach Ende der Veranstaltung Plakate beschädigt hatten, hieß es. Ein 26-Jähriger muss sich wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz verantworten. Polizei-Sprecher Ringel sagte weiter, mit einer Gruppe von 60 Linksalternativen habe es keine größeren Probleme gegeben. Sie hatten zeitweise eine Brücke besetzt. Auch deshalb blieb für die 150 Neonazis nur der Außenring am Stadtrand von Brandenburg/Havel. Kaum einer habe etwas von den Rechtsextremisten mitbekommen. Brandenburgs Polizeipräsident Arne Feuring machte sich selber ein Bild von der Lage. An den Aktionen gegen den NPD-Aufmarsch beteiligten sich auch der SPD-Fraktionsvorsitzende im Brandenburger Landtag, Ralf Holzschuher und Landtagspräsident Gunter Fritsch. Demonstranten organisierten einen Fahrradkorso, um den Nazis nicht die Straße zu überlassen. Zu dem Neonazi-Aufzug hat die NPD rund 200 Rechtsextremisten angemeldet. Am vergangenen Wochenende hatten die Rechten in Frankfurt (Oder) demonstriert. In den kommenden Wochen wollen die Rechtsextremisten noch in Neuruppin und Wittstock aufmarschieren. "Auch in Zukunft ist es die Aufgabe der Bürger, zu zeigen, dass die Neonazis nicht willkommen und dass wir mehr sind", sagte Landtagspräsident Fritsch.

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