Protest: 150 Unterschriften

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29. März 2013, 05:24 Uhr

Perleberg | Bebauungsplan für das Wohngebiet Kasyltenplatz - Thema im Hauptausschuss am Mittwochabend. Und das rief die Anlieger auf den Plan. An die 150 Unterschriften übergab Jutta Reimer und ein Schreiben, in dem die Perleberger ihren Unmut über das Vorhaben der Stadt zum Ausdruck bringen. Denn ihre "Oase für Freizeitsportler, spielende Kinder und Hundebesitzer, ein wichtiger grüner Fleck" soll danach einer Wohnbebauung geopfert werden. Weit und breit gebe es keine geeignete Fläche, dafür aber etliche Brachen. "Warum werden diese nicht als Bauland erschlossen?"

Das Interesse an eigenen vier Wänden sei ungebrochen, so Sandra Saffran vom Bauamt. Doch das Angebot an städtischen Bauplätzen ist mittlerweile recht übersichtlich. Bauwilligen können gegenwärtig nur noch Splitterflächen offeriert werden. Das heißt: Handlungsbedarf für die Stadt. Ein- und Zweifamilienhäuser sollten laut Bebauungsplan nun auf dem Areal des ehemaligen Kasyltensportplatzes entstehen. Überplant wird danach ein Gebiet von rund 2,34 Hektar. Es grenzt an die Grünflächen des Beyerteiches, östlich an die Dergenthiner und nördlich an das Gelände der PVU. Die Fläche der ehemaligen Kreisringbahn soll als grüner Randstreifen erhalten werden. Ein Geh- und Radweg soll den Anschluss des neuen Wohngebietes an den Beyerteich schaffen. Die Zufahrt hingegen erfolge wahrscheinlich von der Quitzower Straße aus. Schätzungsweise 20 bis 25 Bauplätze mit einer Größe bis zu 1000 Quadratmetern könnten hier entstehen. In einer 2011 erarbeiteten Studie der Stadt zu Einzelstandorten für den Eigenheimbau in Perleberg wurde auch in Erwägung gezogen, den Eschenhof zu erweitern. Die Abgeordneten hatten sich damals aber für den Kasyltenplatz ausgesprochen.

Dennoch Verständnis bei den Mitgliedern des Hauptausschusses für den Unmut der Anlieger. Frank Döring (Linke) räumte ein, dass es nicht leicht sei, sich von einer traditionsträchtigen Stätte zu trennen, zumal noch Betrieb drauf sei. Doch als Stadt habe man viel Geld damals in den Aus- und Umbau des Jahnsportplatzes gesteckt, der rund um die Uhr allen, auch den Freizeitsportlern, zugänglich sei. Unverständnis hingegen äußerte Michael Hoheisel (Linke) hinsichtlich des Vorhabens der Stadt. "Ist der Bedarf an Bauplätzen wirklich da?"

Kämmerin Ute Brüggemann bekräftigte die Ausführungen des Bauamtes, wonach der Kasyltensportplatz nur noch vom Namen her bestehe. Zuvor hatte Sandra Saffran deutlich gemacht, dass bereits 2009 der Flächennutzungsplan dahingehend geändert wurde, dass die Fläche für Gemeinbedarf in eine für Wohnbebauung umgewandelt wurde. Im September 2012 hat die GWG die Nutzung und auch die Bewirtschaftung des Sportplatz dann komplett auch eingestellt.

Genutzt wurde und wird er aber weiter von den Kindern und vielen Freizeitsportlern. "Es sind vor allem auch Ältere, die hier joggen oder walken, und ich bin mir sicher, dass wir mit unseren Stöcken nicht lange auf dem Jahnsportplatz gern gesehen sind wie auch spielende Kinder", so Liesa Gottschalk. Mit dem Vorschlag von Wolfgang Schulz (SPD), den jetzigen Festplatz in der Quitzower Straße, der für eine Wohnbebauung aufgrund von Altlasten und der Grundwassersituation nicht in Frage komme, entsprechend für Freizeitsportler und die Kinder herzurichten, damit könne sie sich anfreunden. Aber eben nicht mit vollendeten Tatsachen, zumal sich hier eine Alternative auftue. Diese wolle die Stadt nun prüfen, ebenso, was zu tun sei und was es koste auf dem Festplatz auch Spiel und Sport zu ermöglichen.

"Wir wollen eine Wohnbebauung hier nicht verhindern, aber wir wollen auch unsere Interessen gewahrt sehen", betont Liesa Gottschalk, die hier für viele spricht. Und so werden die Anlieger auch dabei sein, wenn die Stadtverordnetenversammlung letztlich über den Beschluss zum neuen Wohngebiet der Stadt auf dem Areal des ehemaligen Kasyltensportplatzes beraten und entscheiden will, kündigen die Anlieger gegenüber dem "Prignitzer" an.

Der Hauptausschuss stimmte dem Vorhaben mehrheitlich zu.

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