zur Navigation springen
Der Prignitzer

22. September 2017 | 06:20 Uhr

Prognose geht wieder auf acht Meter

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jun.2013 | 09:04 Uhr

Prignitz | Der gestrige Tag hat gezeigt, wie unberechenbar die Flut ist. Noch am Morgen hatte der Katastrophenstab des Kreises die seit zwei Tagen vorausgesagten rund 7,50 Meter für beherrschbar gehalten und formuliert, dass es keinerlei Anlass für Panik gebe. Am Abend musste der Stab die Lage neu bewerten. Für Wittenberge sind für Dienstag 8,10 Meter vorausgesagt. Mehrere Experten hatten das noch Stunden zuvor für kaum möglich gehalten, wie sie unserer Redaktion sagten.

Landrat Hans Lange bestätigte gestern dennoch, dass keine Evakuierungen bis Montag geplant seien. Zu Wochenbeginn nach Auswertung der dann vorliegenden Pegelprognosen werde erneut darüber entschieden. Keine Evakuierung bedeute zugleich, dass es keinen Grund gebe, Geschäfte im Einzelhandel zu schließen, so Bernd Lindow, Leiter der unteren Wasserbehörde. "Aus unserer Sicht heraus müssen auch keine Elektrogeräte in Backshops ausgebaut oder Tankstellen geschlossen werden", sagte Lindow. Der Krisenstab habe das nicht angeordnet. Die Entscheidung liege aber selbstverständlich beim jeweiligen Eigentümer.

Gerüchte, dass die Straßenbrücke B 189 oder der Zugverkehr eingestellt werden, dementierte Hans Lange unmissverständlich. Es gebe auch keine Stromabschaltungen. Einschränkungen werde es aber ab heute am und auf dem Deich geben. Für Radfahrer ist der Elberadweg gesperrt. Mindestens für die nächsten zehn Tage, so Hans Lange. Diese Anordnung diene der Sicherheit der Radfahrer und der Deichläufer, die gestern ihren Wachdienst aufnahmen. Auch Fußgänger müssen ab heute mit Betretungsverboten des Deiches rechnen, kündigte er an. Die Polizei werde auf die Einhaltung dieser Verbote achten, entsprechend Kontrollgänge vornehmen. Die Polizei überwache auch die verhängten Straßensperren. Diese seien nicht wegen Überflutung gesperrt, sondern damit die Einsatzkräfte mit ihrer teils schweren Technik ungehindert agieren können.

Bad Wilsnacks Ordnungsamtsleiter Gerald Neu informierte, dass Bälow ab heute abgeriegelt sei. "So gern wir sonst Touristen begrüßen, momentan ist das einfach nicht möglich", sagte er. Der Ort müsse umfahren werden. Zur besonderen Vorsicht mahnte Neu auf der Umleitungsstrecke. Sie sei eng, nicht befestigt und war bereits gestern stark ausgefahren. Da auch hier Einsatzfahrzeuge verkehren, sollten Pkw-Fahrer sehr aufmerksam sein. Die entstandenen Schlaglöcher sollen notdürftig repariert werden.

Zur Situation in Breese sagte Gerald Neu, dass spätestens bis heute Mittag die Sicherungsarbeiten abgeschlossen seien. Damit sei man so gut wie nie zuvor gerüstet. Dennoch werde Wasser im Ort stehen, werde das garantiert kommende Qualmwasser zu einem Problem werden.

Welche Auswirkungen die auf über acht Meter erhöhte Prognose für Breese hat, konnte Gerald Neu zunächst nicht sagen. Dazu wollte er die abendliche Lagebesprechung und die Bewertung der Prognose durch die Experten abwarten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen