Perleberger Schule ist Sorgenkind : Problemzonen der Rolandschule

Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses in einem Klassenraumes. Sie sind nur 13, Schüler lernen hier 27.
Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses in einem Klassenraumes. Sie sind nur 13, Schüler lernen hier 27.

Platzkapazität am Ende, Schallschutz und zweiter Rettungsweg dringend notwendig, Entfeuchtung der Kellerräume überfällig

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01. März 2018, 05:00 Uhr

Zu klein, zu laut und im Keller feucht – das sind die großen Baustellen in der Rolandschule. Der Schul- und Kulturausschuss machte sich am Dienstagabend an Ort und Stelle selbst ein Bild. Bereits vor zwei Jahren war er schon einmal hier. Einiges habe sich seither getan, aber vieles eben auch nicht, wie Heike Pankow, stellvertretende Schulleiterin, betonte. Das Positive: Die Sanitäreinrichtung für die Jungen wurde saniert, das große Büro der Schulsekretärin ist inzwischen ein Stück kleiner, dafür aber moderner und es gibt nun ein Krankenzimmer für die Schulkrankenschwester. Der PC-Raum wurde umgestaltet. Das einstige Büro der Schulleiterin ist heute multifunktional. Es bietet Platz für Beratungen, Teilungsunterricht, ist Gesprächsraum und dergleichen. Die Schulleiterin und ihre Stellvertreterin sind dafür auch räumlich noch ein Stück zusammengerückt. Dennoch reicht der Platz für die 319 Schüler nicht, so Heike Pankow.

Für 26 Schüler ist beispielsweise der Klassenraum der 6b eigentlich ausgestattet. 27 sind es aber, also musste improvisiert, zusätzlich Tisch und Stuhl dazwischen gestellt werden. Die Klasse 6a besuchen „nur“ 26 Mädchen und Jungen, doch wer in der ersten Reihe an der Türseite sitzt, der muss praktisch um die Ecke, richtiger gesagt, um den Schornstein schauen. Mit zu bekommen, was sich da an der Tafel abspielt, ist schon ein sportliches Unterfangen.

„Gesunde, bewegte Schule“ – nennt sich die Rolandschule, doch bewegen kann man sich maximal von Klassenraum zu Klassenraum, dann wird es eng. Für die dritte erste Klassen habe man den Materialraum geopfert. Das heißt jenes hat nun überall und nirgends seinen Platz, man ist ständig am Suchen.

Am Raumproblem wird sich offenbar so schnell nichts ändern, denn nach dem kurzen Schulrundgang war einzig der Schallschutz Thema im Ausschuss. Drei von zwölf Räume in der Schule haben bis dato einen solchen, in den anderen hallt und schallt es. Modern und ansprechend der neue Medienraum mit Whiteboard, doch die Schlichtheit und Funktionalität der Gestaltung – keine schallschluckenden Elemente wie Tapeten, Teppichboden, Wandregale oder Vorhänge – schlagen aufs Gehör. Und das trifft auf viele Räume in der Schule zu.

Schallschutz nachzurüsten, sei nicht das Problem. Mehr die Kosten, denn die bewegen sich pro Raum zwischen 5000 bis 10 000 Euro, überschlägt Bauamtsleiter Hagen Boddin. Unter dem gehe es nicht, denn insbesondere auch brandschutzrechtliche Dinge spielen da eine Rolle. Und der Brandschutz, richtiger gesagt ein zweiter Rettungsweg seien auch der Grund, warum sich in Sachen Schallschutz noch nicht mehr getan habe. Denn bauliche Veränderungen in Klassenräumen seien dafür notwendig. Statt weiter auf Flickschusterei habe man hier auf eine komplexe Lösung gesetzt, sprich Schallschutz, Durchfeuchtung und Brandschutz (zweiter Rettungsweg). Haushaltsmäßig seien dafür 100 000 Euro eingestellt, die mit Fördermitteln kofinanziert werden müssen. Und an Letzteren scheitert es bisher. Denn die geplante Förderung über das Kommunale Investitionsprogramm greife nur für Schulen für gemeinsames Lernen. Und auch planerisch sei man noch nicht so weit, räumt Boddin ein.

Ausschussvorsitzender Malte Hübner-Berger (SPD) äußerte besorgt, dass man immer mehr Zeit verliere, der unhaltbare Zustand durch die Zeit getragen werde zu Lasten der Schüler und Lehrer. An die Adresse der Verwaltung gerichtet ging die Aufforderung, nach einer schnell machbaren Lösung zu suchen.

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