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Der Prignitzer

21. November 2017 | 02:08 Uhr

Problemstau im Oldtimermuseum

vom

svz.de von
erstellt am 05.Apr.2013 | 06:15 Uhr

Perleberg | Seit zwölf Jahren gibt es das Oldtimermuseum, und alles, was hier geschaffen bzw. zum Positiven verändert wurde, ist Marke Eigenbau des Vereins Oldtimerfreunde. Die Stadt zahlt einzig die Betriebskosten, erhält aber auch die kompletten Einnahmen. Bei 1,50 Euro und derzeit nur sonntäglicher Öffnung des Museums fallen Letztere verständlicherweise nicht sehr üppig aus. Aber auch die Kosten für Strom und Wasser bringen die Stadt nicht an den Rand des Ruins - geheizt wird nur so viel, "dass nichts einfriert", berichtet Josef Gareis von den Oldtimerfreunden den Stadtvertretern. Denn jene hatten die Enthusiasten alter Technik am Donnerstagabend zu sich ins Oldtimermuseum eingeladen, um zu zeigen, was hier entstanden ist, aber auch, um den Stau an Problemen deutlich zu machen, wie Vereinschef Frank Brauer betonte. So endete der interessante Rundgang durch die Zeitgeschichte der rollenden und rotierenden Technik schließlich im Klo. Aus den 50er Jahren stammend, haben auch die Toiletten hier inzwischen Oldtimerstatus. Auch hinsichtlich der Wandlösung geben sich die Vereinsfreunde erfinderisch, notgedrungen: Ein Oldtimer verdeckt den Schaden, den aufsteigende Feuchtigkeit dem unter Denkmalschutz stehendem Gebäude zufügt.

Hinsichtlich der Öffnungszeiten noch von diesen zu sprechen, treibt den überaus engagierten Oldtimer freunden die Schamröte ins Gesicht. "Während wir früher durch ABM und dergleichen Maßnahmen an fünf Tagen die Woche zwei bis drei Stunden öffnen konnten, schaffen wir es jetzt nur noch sonntags. Hilfe haben wir nicht mehr und unsere Vereinsmitglieder sind bereits vollends eingebunden. Mehr geht nicht", bringt es Brauer auf den Punkt. Und dann ist da auch noch das Dampfmaschinenprojekt - 2009 bereits den Abgeordneten vorgestellt. Dann wurde nie wieder drüber gesprochen, "auch unsere Schuld, wir hätten mehr klingeln müssen", räumt Brauer ein. Mit rund 100 000 Euro wurden damals sämtlich bauliche Notwendigkeiten vom Planungsbüro veranschlagt, wobei die Oldtimerfreunde auch hier ganz viel in Eigenleistung schaffen wollen.

Patentlösungen gab es am Donnerstag nicht, "aber Interesse und den Hinweis an die Stadt, dass diese auch für Bestehendes, zumal es um ihr eigenen Gebäude geht, eine Verantwortung hat. Wir müssen schauen, wo sich eventuell noch Fördermöglichkeiten auftun", so Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Schulz (SPD). Ähnliche Worte von Rainer Pickert (CDU).

Den Toilettentrakt zu modernisieren, ebenso einen behindertengerechten Zugang zu schaffen, das wolle die Stadt umgehend prüfen, so Bauamtsleiter Hagen Boddin. Auch von dem Projekt, die letzte Dampfmaschine der Prignitz, die auf dem Areal von Dr. Ritter steht und als technisches Denkmal gilt, ins Oldtimermuseum zu holen, habe man sich keinesfalls verabschiedet. "Schritt für Schritt baulich alles auf den Stand der Dinge bringen und die Voraussetzung auch für die Dampfmaschine schaffen, so könnte es klappen. Wir jedenfalls bleiben jetzt dran", versichert Brauer.

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