Müllablagerung : Problemfall Ziegelei in Muggerkuhl

 
 

Rund 300 Tonnen belastete Überreste lagern dort

svz.de von
29. September 2017, 21:00 Uhr

Die Kiesgruben Meyenburg und Groß Buchholz sowie die frühere Ziegelei Muggerkuhl zählen laut einer Liste der Landesregierung zu den Sorgenkindern bei illegalen Müllablagerungen. 2010 waren in der Kiesgrube Meyenburg Bauschutt und Baumischabfälle gefunden worden, die die Schadstoffgrenzwerte überschritten. Die Abfallmenge betrug rund 14 000 Kubikmeter.

Der illegale Müll wurde inzwischen durch den Nachnutzer entfernt. Das Land gab mehr als 20 000 Euro aus, um die Folgen der Ablagerung abzuschätzen und die Arbeiten zu begleiten. Insgesamt wird mit Kosten von 145 000 Euro gerechnet, da noch für mindestens fünf Jahre ein Grundwassermonitoring durch das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) erfolgen muss.

Ähnlich ist die Situation in Groß Buchholz. Dort waren 2010 unberechtigt abgelagerte Bauabfälle wie Polystyrolaschaumstoff und Asphalt-Fußbodenplatten sowie Holz, Boden und Schutt mit überhöhten Schadstoffwerten festgestellt worden. Das Nachfolgeunternehmen entsorgte die Abfälle. Auch nach den Sicherungs- und Sanierungsarbeiten ist ein erweitertes Grundwassermonitoring durch das LBGR erforderlich. Bisher wandte die Behörde rund 33 000 Euro Landesmittel auf. Für die Gesamtkosten ist noch keine Voraussage möglich, da der erforderliche Untersuchungszeitraum noch nicht feststeht. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt gegen den Verursacher der illegalen Ablagerungen.

Nach Angaben der Kreisverwaltung gibt es in beiden Fällen derzeit keine Informationen über direkte Gefahren für Böden und Grundwasser.

Den derzeit schwierigste Fall illegaler Ablagerung in der Prignitz stellt die frühere Ziegelei Muggerkuhl dar. Dort lagern seit der Stilllegung rund 300 Tonnen schadstoffhaltiger Ziegelrohlinge. Das Landesamt für Umwelt bemühe sich darum, dass diese möglichst rasch durch den Grundstückseigentümer entsorgt werden, teilte Referatsleiterin Frauke Zelt auf „Prignitzer“-Anfrage mit. Die Firma mit Sitz in der Schweiz wurde aufgefordert, das Lager zu beräumen und die Ziegelrohlinge umweltgerecht zu entsorgen.

Reagiert das Unternehmen darauf nicht, leitet das Land eine „Ersatzvornahme“ ein. Es würde dann das Grundstück beräumen und die Kosten der Firma in Rechnung stellen. Da noch eine Antwort der Firma auf eine Schreiben des Landesamtes für Umwelt abgewartet werden muss, lässt sich noch nicht sagen, wann und in welcher Form die Beräumung stattfinden wird.

Die Gemeinde Berge und das Amt Putlitz-Berge hatten sich viele Jahre intensiv aber erfolglos bemüht, den Eigentümer zur Beräumung zu bewegen.
 

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