Frankafotoschön aus Pritzwalk : Proben bis es draußen hell wird

„Frankafotoschön“, das sind Robert (27, v.l.), Daniel (23), Laura (20) und Vincent (18). Beim Stadt- und Hafenfest in Wittenberge werden sie am 19. August die große Bühne rocken.
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„Frankafotoschön“, das sind Robert (27, v.l.), Daniel (23), Laura (20) und Vincent (18). Beim Stadt- und Hafenfest in Wittenberge werden sie am 19. August die große Bühne rocken.

Hinter dem Bandnamen „Frankafotoschön“ steht handgemachter, deutschsprachiger Pop-Rock aus der Prignitz

svz.de von
12. August 2016, 10:00 Uhr

Wenn nächste Woche Freitag das Stadt- und Hafenfest in Wittenberge startet, dann stehen auch die vier jungen Musiker der Band „Frankafotoschön“ auf der Bühne. Wir trafen sie kürzlich vor einem kleinen Konzert.

Die Bandmitglieder, zwischen 18 und 27 Jahren alt, wohnen zwischen Pritzwalk und Groß Lüben, arbeiten, studieren und lernen aber zum Teil bei Hamburg oder in Berlin. Sie halten zwar nichts von Klischees, aber „Daniel sagt immer, jede gute Band braucht eine Bassistin“, betont Robert im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Das sorgt für Gelächter bei den jungen Musikern. „Bei uns wird jeder absolut ernst genommen“, erklärt Laura. Es sei gar nicht böse gemeint, und irgendwie scheine das mit der Bassistin zu stimmen. Auch Laura beruft sich auf dieses Phänomen, etwa „die von der Band Weltraumpower. Die kennen sicher nur wenige, aber die ist echt stark.“

Nun aber ganz von vorne. Woher kommt eigentlich dieser ungewöhnliche Band-Name „Frankafotoschön“? Robert und Daniel, die Gründungsmitglieder, klären auf: „In der Anfangszeit haben wir viel gejamt, hatten viel Zeit und wollte auch nur mit Akustikgitarren Musik machen“, so Robert. Zum ersten offiziellen Auftritt war ein Name gefragt, die Flyer mussten dringend gedruckt werden. „Wir machen deutschsprachige Musik, da brauchten wir auch einen deutschen Namen“, fand Robert damals. Die Vorbilder wie die Ärzte, die Toten Hosen, die Namen seien alle nicht so der Brüller gewesen. Die namensgebende „Franka“ gibt es wirklich, eine Freundin von Daniel. Eines Tages hatte er ihr Foto bei Facebook kommentiert mit den Worten „Franka Foto schön, Daniel finden“ - im Stile der ungrammatischen Sprache von Meister Yoda aus den Star-Wars-Filmen. Nach ein paar Bieren war man sich sicher: Das ist es. Die Flyer konnten gedruckt werden, die Band hatte einen Namen. Das war im Januar 2014.

„Die Prignitz hat mittlerweile eine ganz gute Musikszene“, meint Daniel. In der jetzigen Konstellation hatten sie erst vor kurzem ihren ersten Gig. Bandmitglied Willi, der Cajon spielte - ein kastenförmiges Schlaginstrument - musste aus Zeitgründen aufhören. Mit Daniels Bruder Vincent kam das Schlagzeug hinzu. Die Zugänge der vier jungen Leute zur Musik sind gänzlich unterschiedlich. Daniel lernte Klavier, Vincent hatte jahrelang Musikunterricht, lernte unter anderem Trompete und ist auch der einzige, der eine Karriere als Berufsmusiker anstrebt. Beide singen im Chor. Im Herbst startet Vincent eine Schlagzeugerausbildung an der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen. Robert und Laura haben eher autodidaktisch zu Gitarre und Bass gefunden, wollten die Lieder ihrer Lieblingsbands nachspielen können.

In ihren Songs verarbeiten sie nun eigene Geschichten mit persönlichem Hintergrund, manchmal sind es Texte über fiktive Personen. Daniel verantwortet viele Texte und versucht seine Ideen mit Melodie und Grundakkorden in die Proben einzubringen. Dann werden die Songs im Pritzwalker Probenraum richtig erarbeitet und arrangiert. Das kann auch mal bis in die frühen Morgenstunden dauern. „Es kommt vor, dass wir im Sommer aus der Probe kommen und es wird hell, die Vögel zwitschern“, berichtet Daniel.

Die erste EP „Hoch hinaus“ mit sechs Titeln erschien im letzten Jahr. Die Musik darauf erinnert ein bisschen an eine Mischung aus den Sportfreunden Stiller, den Ärzten, Kettcar und Pohlmann. Im Song „Womanizer“ beweisen die vier jungen Prignitzer, dass sie sich, was die Qualität ihrer Texte angeht, durchaus mit den großen Vorbildern messen können. „Deutsch ist unsere Muttersprache, mit der können wir uns am meisten ausdrücken, sie ist sehr facettenreich“, meint Daniel. Wer das live erleben will, kann das am 19. August beim Stadt- und Hafenfest in Wittenberge.

Ende des Jahres wollen die privat und beruflich vielbeschäftigten Pop-Rocker eine kleine Tour machen, ihre Musik über die Kreisgrenzen hinaus tragen. Lübeck und Rostock stehen schon fest im Tourplan.

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