2015: Kameraden waren 84-mal im Einsatz : Pritzwalks Wehr fordert einen Profi

ffw pritzwalk

Ehrenamtler allein können komplexe Aufgaben nicht mehr bewältigen. 2015 gab es weniger Brände

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28. Januar 2016, 12:00 Uhr

Sieben Minuten beträgt die durchschnittliche Ausrückezeit der Pritzwalker Wehr. Bis zum Eintreffen am Einsatzort vergehen 13 Minuten. „Wir sind einsatzbereit“, sagt Wehrführer Adrian Zechser.

Diese guten Werte seien aber nur möglich, weil die Stadt verstärkt darauf setzt, an den Wochentagen die Mitarbeiter des Bauhofes in der Wehr mit einzubinden. Ein echtes Problem bestehe aber weiterhin: Ausreichend Maschinisten mit entsprechendem Lkw-Führerschein zu finden, so der Wehrführer auf der Jahreshauptversammlung vor wenigen Tagen.

Die 1872 gegründete Pritzwalker Feuerwehr zählt 92 Mitglieder, davon 56 im aktiven Dienst mit einem Durchschnittsalter von 37 Jahren. 23 Jungen und Mädchen sind in der Jugendfeuerwehr und 13 Kameraden in der Alters- und Ehrenabteilung.

84 Einsätze stehen in der Statistik 2015. Darunter sind 35 Brände, ein leichter Rückgang. 48 Mal leisteten die Kameraden technische Hilfe. Meist wurden sie zu Verkehrsunfällen alarmiert, aber auch wenn Tiere in Not sind, werde die Feuerwehr gerufen.
Die technische Ausstattung sei gut, neue Schutzkleidung müsse aber ständig geordert werden und auch für Fahrzeuge. Der Pflege- und Unterhaltungsaufwand für die in die Jahre gekommene Technik steige, so Zechser.
Mehrere Kameraden forderten einem hauptamtlichen Mitarbeiter: „Wir brauchen ihn als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Ehrenamtlern, da die Aufgaben so umfangreich sind, dass sie ehrenamtlich kaum noch zu erfüllen sind“, begründete er. Die Anforderungen würden immer stärker denen einer Berufswehr gleichen.
Marc Histermann berichtete über umfangreiche Aktivitäten und Ausbildungen bei der Jugendfeuerwehr: praktische und theoretische Übungen, ein Zeltlager, ein Ausflug in die Partnerstadt Winsen/Luhe.

Eltern und Förderverein seien eine wichtige Stütze. Sie ermöglichten den Kauf von T-Shirts, Latzhosen und Spielmaterial. Auch eine Wettkampfbahn konnte errichtet werden.

Die finanziellen Mittel der Stadt reichen nicht aus, um alle Wünsche der Wehren im Stadtgebiet zu erfüllen, sagte der stellvertretende Bürgermeister Dr. Ronald Thiel. Man haben für das Jahr 2016 deutlich mehr Mittel eingeplant.

In seinem Bericht über das Einsatzjahr 2015 dankte Zechser für die gute Zusammenarbeit mit den umliegenden Wehren. Durch gemeinsame Ausbildung können auch Kameraden anderer Wehren Pritzwalker Technik im Einsatz bedienen. Auch mit der Stadt, dem Rettungsdienst, der Polizei und dem Feuerwehrtechnischen Zentrum arbeite man eng zusammen.  


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