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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 00:29 Uhr

Pritzwalk will mehr Unterstützung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadtverordnete fordern von der kreislichen Wirtschaftsfördergesellschaft, mehr für Ansiedlungen im Gewerbepark Falkenhagen zu tun

von
erstellt am 26.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Kritik gibt es von den Pritzwalker Stadtverordneten an der Vermarktung des Gewerbeparks Prignitz in Falkenhagen durch die Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG). Pritzwalk ist Mitglied der WFG und zahlt immerhin 38 000 Euro jährlich. Dennoch sehe man keine wirklichen Investitionen in den letzten neun Jahren. Die letzte nennenswerte sei der Neubau des Tierkrematoriums vor neun Jahren gewesen, so Pritzwalks Vize-Bürgermeister Dr. Ronald Thiel.

Dem widerspricht Uwe Büttner, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz. Auch die Power-to-Gas Anlage von Eon sollte man nicht unter den Tisch kehren, außerdem gebe es in den nächsten Monaten Erweiterungsinvestitionen beim norwegischen Unternehmen Ayanda, die leer stehende Schlecker-Halle konnte als Logistikzentrum für Glatfelter umgebaut und nun auch genutzt werden. Büttner spricht von immerhin zehn Millionen Euro Investitionsvolumen in Falkenhagen in zwölf Monaten, auch wenn dadurch nicht wirklich neue Ansiedlungen erreicht werden konnten.

In Pritzwalk habe man den Eindruck, dass der Landkreis sich der Last des einstmals größten Gewerbeparks Deutschlands mit einer erschlossenen Fläche von 239 Hektar ein wenig entledigen wolle. Immerhin sind nur 82 Hektar Fläche belegt, auf denen sich 33 Unternehmen angesiedelt haben mit etwa 1500 Arbeitsplätzen. „Der Landkreis hat nicht die Absicht, erschlossene Gewerbeflächen wieder in Ackerland umzuwidmen“, betont Büttner. Im Gegenteil: Man wolle den Standort Falkenhagen aktiver und aggressiver vermarkten. Dazu entstehe im Moment eine neue Imagebroschüre mit zahleichen Luftbildaufnahmen, die in Falkenhagen mit einer Drohne gemacht wurden. „Wir haben im Moment die Situation, dass in den südlichen Teilen der Republik Flächen für Industrieansiedlungen knapp werden, weil viele Anwohner das nicht mehr wollen. Hier in Falkenhagen haben wir ein erschlossenes Gebiet, auf dem Baurecht herrscht und keine Umweltauflagen drohen – das sind Vorteile die wir noch stärker in den Fokus rücken werden und auf den kommenden Messen in diesem Jahr ganz vorn an stellen werden“, so Büttner. Allerdings treffe die letzte Entscheidung für eine Ansiedlung immer noch der Investor selbst.

Auch die jüngste Ansiedlung der Firma Minimax in Wittenberge sei ein Wettbewerb zwischen Wittenberge und Falkenhagen gewesen, den aber der Investor entschieden habe und nicht die Wirtschaftsfördergesellschaft und auch nicht der Landkreis. „Wir betrachten Falkenhagen immer noch als Chance für die Region und die Prignitz. Vor allem macht uns Mut, dass im aktuellen Koalitionsvertrag der Landesregierung nicht mehr die explizite Förderung der Regionalen Wachstumskerne festgeschrieben ist, sondern man von industriellen Kernen spricht, die gefördert werden sollen. So einen industriellen Kern haben wir hier in Falkenhagen und zukünftig soll jede Förderung als Einzelfallentscheidung vom Ministerium getroffen werden. Das sorgt für Chancengleichheit und macht Hoffnung“, so Ronald Thiel. Die Stadt Pritzwalk habe durch das Gewerbegebiet Falkenhagen nicht nur Einnahmen aus der Gewerbesteuer, so Thiel, sondern auch Lasten für die Unterhaltung der Straßen und Wege und der Straßenbeleuchtung. Einen Vorteil habe Pritzwalk mit dem Gewerbepark also nicht wirklich einfahren können.  

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