Wirtschaft : Pritzwalk ist Vorbild

Stippvisite im Pritzwalker Bahnhofsgebäude.
Stippvisite im Pritzwalker Bahnhofsgebäude.

Gäste des Bundesministeriums informierten sich über die Entwicklungen des Bahnhofs und der Tuchfabrik

svz.de von
14. Dezember 2013, 00:35 Uhr

Wie man Mittel aus dem Bund-Länderprogramm für kleine Städte und Gemeinden umsetzt, hat die Stadtverwaltung von Pritzwalk den Vertretern des Bundesministeriums für Bauen, Verkehr und Stadtentwicklung präsentiert.

Vor allem der sanierte Bahnhof stand dabei im Mittelpunkt. „Ich denke, das mit dem Bahnhof ist wirklich beispielgebend für andere Städte und Gemeinden“, lobte Prof. Dr. Hagen Eyink vom Bundesministerium. Es sei sehr ungewöhnlich, dass Polizei und Ordnungsamt im Bahnhofsgebäude einer Stadt untergebracht sind. Silke Hildebrandt von der Pritzwalker Stadtverwaltung erläuterte, dass man bereits in der Planungsphase mit der Polizei sprach und so deren Wünsche beim Umbau berücksichtigen konnte.

Die Nutzung des Bahnhofes durch Polizei und Ordnungsamt habe einige Vorteile. Je nachdem wer für das Bürgeranliegen zuständig sei, ist direkt am Ort. Der Vandalismus im Bahnhofsbereich habe stark nachgelassen und der Bahnhof werde von den Pritzwalkern wieder als ein wichtiger Teil ihrer Stadt angesehen. Möglich wurde die Sanierung nur, weil Pritzwalk und Wittstock mit Meyenburg und Heiligengrabe als Mittelzentrum in Funktionsteilung kooperieren. In Wittstock wurde beispielsweise der Eingangsbereich der Schwimmhalle neu gestaltet.

Wichtig sei dabei zu erkennen, dass man nur gemeinsam etwas bewegen könne. Dazu müsse man klare Prioritäten setzen und das Miteinander wollen und dem anderen Partner seine Prioritäten zugestehen. „Wir werden dem Beispiel der Pritzwalker jetzt folgen“, sagte Dieter Herm, stellvertretender Bürgermeister in Wittstock.

Die Stadtverwaltung hat den ersten Teil, das alte Empfangsgebäude und Nebengebäude des Wittstocker Bahnhofs erworben und will in naher Zukunft auch das neue Empfangsgebäude kaufen. „Der Bahnhof sieht einfach schlimm aus und diese Visitenkarte sollte Wittstock in Zukunft so nicht mehr abgeben“, sagt Herm.

Beeindruckt zeigten sich die Gäste auch über das Projekt der Quandtschen Tuchfabrik. Ausbildungskabinette und Internatsplätze sollen hier zukünftig entstehen und ein weiterer Teil für das Museum genutzt werden. Dazu sollen insgesamt etwa drei Millionen Euro investiert werden. „Wir haben etwa 250 Kommunen in diesem Bundesprogramm mit etwa 450 Projekten. Aber hier in Pritzwalk in der Kooperation mit Wittstock sieht man, was erreicht werden kann, wenn man vertrauensvoll kooperiert und nicht jeder auf seinen eigenen Vorteil setzt, sondern die Region als Ganzes sieht“, sagt Silke Andreesen, die das Programm im Ministerium koordiniert.

Gerade diese Zusammenarbeit wolle man mit dem Programm bezwecken und es sei schon eindrucksvoll vor Ort zu sehen, wie sich diese Zusammenarbeit praktisch auswirken kann. „Der vertrauensvolle Umgang zwischen den Kommunen ist beispielgebend, da gibt es viele, die das noch nicht verstanden haben und hier sicher etwas lernen könnten“, so Silke Andreesen abschließend.


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