PrigNix: "Wir wollen aufklären"

PrigNix-Aktivisten treffen sich wöchentlich im Bürgerzentrum. Susann Matschewski
PrigNix-Aktivisten treffen sich wöchentlich im Bürgerzentrum. Susann Matschewski

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22. Mai 2012, 06:41 Uhr

Wittenberge | An den Ministerwechsel im Bundesumweltministerium ist für viele Atomkraftgegner erneut die Hoffnung geknüpft, dass der Salzstock in Gorleben als Standort für ein Endlager endlich aufgegeben wird. Auch das Aktionsbündnis PrigNix richtet diese Forderung an Röttgen-Nachfolger Peter Altmaier (CDU). Der Zusammenschluss aus derzeit etwa 30 Prignitzer Atomkraftgegnern ist noch jung, hat sich erst vor einem Jahr gegründet. An Engagement fehlt es ihnen jedoch nicht.

"Uns ist bewusst, dass wir mit unseren Aktionen nicht die Welt verändern. Wir sehen uns eher als kleines Rädchen im großen Getriebe", sagt Raymond Basrawi, einer der Initiatoren von PrigNix. "Aber wie sagt man so schön: Der stete Tropfen hüllt den Stein." Er sitzt an einem großen Tisch, umringt von anderen PrigNix-Aktivisten. Hier im Bürgerzentrum Wittenberge treffen sie sich jeden Dienstagabend, besprechen und beraten sich, legen fest, wer welche Aufgaben für künftige Aktionen übernimmt. "Es kommt her, wer Zeit hat. Mal sind wir mehr, mal weniger", erzählt Dora Wrede, die wie Basrawi von Anfang an dabei ist. Auf der gestrigen Tagesordnung stand der geplante Internetauftritt. "Unsere Präsenz in der Öffentlichkeit könnte besser sein", gibt Basrawi zu. Eine eigene Webseite in Form eines Blogs, in dem über künftige Aktionen und Veranstaltungen informiert wird, soll das schon bald ändern.

Die Aktivisten von PrigNix beteiligen sich so oft es geht an friedlichen Demonstrationen und Protesten. Zu ihren ersten Aktionen gehörte eine Dauermahnwache beim Castortransport nach Lubmin im Februar 2011, dessen Weg auch durch Wittenberge verlief. Es folgte die gewaltfreie Blockade "gorleben365" im September, bei der die Aktivisten mit einem "Schmierentheater" den Baustellenverkehr zum Endlagerbergwerk behinderten. Anlässlich des Jahrestages der Atomkatastrophe in Fukushima demonstrierten sie in Hannover, für die Demo "Der Fleck muss weg" gegen Gorleben als Endlagerstandort waren sie ein zweites Mal im Wendland. Die jüngste Aktion der Aktivisten waren Kreidemalereien in der Wittenberger Innenstadt, mit denen sie am 26. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe auf das damalige Reaktorunglück aufmerksam machten.

Neben der Forderung nach dem sofortigen Atomausstieg und dem Appell, Gorleben als atomares Endlager aufzugeben, machen sich die PrigNix-Aktivisten auch für erneuerbare Energien stark. Derzeit suchen sie nach geeigneten Scheunendächern, auf denen sich Photovoltaikanlagen anbringen lassen.

In engem Kontakt stehen die Atomkraftgegner mit der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Aber auch mit anderen Initiativen, wie "Anti Atom Berlin" findet ein reger Austausch statt. Wie Raymond Basrawi betont, sei PrigNix dazu da, dass auch auf der Brandenburger Elbseite die Menschen darüber informiert werden, was in Gorleben passiert. Hauptsächliches Anliegen sei es für sie, aufzuklären. "Wenn wir nur einen Menschen von unseren Ansichten überzeugen können, haben wir schon viel erreicht", findet PrigNix-Aktivist Michael Fritsch. "Wichtig ist, dass wir überhaupt etwas unternehmen", ergänzt Dora Wrede. "Denn wenn unsere Nachkommen uns fragen, was wir getan haben, will ich mich nicht schuldig fühlen".

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