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Bahnverkehr gesichert : Prignitzkonzept lässt Bahn rollen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Anrainergemeinden, Landkreise, Verkehrsanbieter und Land unterzeichnen Verträge zum Weiterbetrieb zweier Regionalbahnlinien

von
erstellt am 16.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Man kann auch weiterhin Bahn fahren zwischen Meyenburg, Pritzwalk, Kyritz und Neustadt/Dosse, zunächst bis Ende 2016. Diese gute Nachricht wurde gestern schriftlich manifestiert.

In Pritzwalk unterzeichneten Vertreter des Landes Brandenburg und der Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH (EGP) den Verkehrsvertrag für die Regionalbahnlinien RB 73 (Neustadt (Dosse) – Pritzwalk) und RB 74 (Pritzwalk West – Meyenburg). Zugleich besiegelten die Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin gemeinsam mit dem Land in einem weiteren Vertrag die finanzielle Beteiligung der Kommunen an diesem Vorhaben. Die Gesamtsumme von 350 000 Euro teilen sich die Landkreise Prignitz (200 000 Euro), Ostprignitz-Ruppin (100 000 Euro) sowie die Anrainergemeinden entlang der Bahnstrecken (insgesamt 50 000 Euro).

„Wir wollen die Mobilität langfristig in der Region Prignitz und Ostprignitz-Ruppin sichern. Dazu haben Land und Landkreise das sogenannte Prignitzkonzept unterzeichnet. Damit geht auch der Auftrag an die Region einher, mehr Personen- und Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Mit attraktiven Busanbindungen und Parkangeboten soll das Umsteigen auf die Bahn erleichtert werden. Ob die Verbindung auch 2017 weiterbetrieben wird, entscheidet sich, wenn klar ist, wie viel Regionalisierungsmittel wir dann vom Bund erhalten“, sagte gestern Infrastrukturstaatssekretärin Katrin Lange.

Die Bundesländer bestehen auf eine deutliche Erhöhung der Regionalisierungsmittel ab 2015. Der Bundesrat verabschiedete Ende 2014 eine entsprechende Gesetzesinitiative. Damit müssen sich Bundestag und Bundesregierung nun auseinandersetzen. „Wir kämpfen insbesondere gemeinsam mit den anderen ostdeutschen Bundesländern um eine Erhöhung“, machte Katrin Lange den Hintergrund deutlich.

Während der Fahrplan auf den Linien RB 73 und RB 74 wochentags weitgehend unverändert blieb, wird an Wochenenden ein neues Angebotskonzept eingeführt. Die Züge fahren seit dem 14. Dezember samstags und sonntags anders als bisher durchgehend von Neustadt (Dosse) über Kyritz und Pritzwalk nach Meyenburg. Damit verbessern sich die Angebote für Ausflügler und Besucher der Region. Um den Fahrgästen darüber hinaus ein dichtes Angebot von Kyritz zur Regionalexpresslinie RE 2 in Neustadt (Dosse) anzubieten, wurde ein integriertes Bahn-Bus-Konzept eingeführt.VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel: „An den Wochenenden fährt der Zug weiter bis Meyenburg, zwischen Neustadt und Kyritz fahren Busse in den Taktlücken der Züge. So stellen wir auch in Zukunft alle ein bis zwei Stunden ein Angebot mit täglich neun Fahrtenpaaren abwechselnd mit Bahn oder Bus sicher.“

Kleiner Rückblick: Als das Land in seinem Nahverkehrsplan angekündigt hatte, für die genannten Linien ab 2012 keinen Schienenpersonennahverkehr mehr zu bestellen, regte sich seinerzeit starker Widerstand, insbesondere in den an der Strecke befindlichen Städten und Gemeinden: Meyenburg, Pritzwalk, Heiligengrabe, Wusterhausen, Kyritz und Neustadt/Dosse. Der Protest trug Früchte und förderte eine Novum zu Tage: Die Kommunen steuern selbst einen Teil des Geldes zum Erhalt des Angebots aus ihren Etats bei. Mit der Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) gab es zudem ein Verkehrsunternehmen als Partner, das seine Wurzeln hier hat und sich mit viel Enthusiasmus für die Region engagiert. „Es ist durchaus nicht so, dass sich Bahnunternehmen um das Betreiben solcher Strecken reißen“, unterstrich gestern Thomas Dill, Abteilungsleiter Vergabe beim VBB.

Wie beim avisierten Theaterzug-Angebot von Berlin in die Prignitz (wir berichteten) komme es nun auch beim RB 73 und 74 darauf an, dass möglichst viele Leute tatsächlich mitfahren, so Torsten Uhe und Katrin Lange. Werbung sei das A und O.  

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