Verkehr : Prignitzer wollen ihr PR

Grafik: http://nummernschild.dyndns.org / Foto: Archiv

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Telefonabstimmung und Facebook-Diskussion mit deutlichem Ergebnis. Experte weist auf Einfluss kommender Gebietsreformen hin

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19. August 2015, 08:00 Uhr

Lokalpatriotismus – Fehlanzeige. Der Wunsch, die eigene Zugehörigkeit zu den Altkreisen Perleberg und Pritzwalk auch am Fahrzeugkennzeichen zur Schau zu tragen, scheint bei Prignitzer Autofahrern nur gering ausgeprägt zu sein.

Der „Prignitzer“ hatte seine Leser aufgefordert, ein Votum abzugeben, ob der Kreis die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen sollte, die Kürzel PER und PK wieder ausgeben zu können. Dazu hatten wir die Thematik auf Facebook zur Diskussion gestellt, eine TED-Hotline geschaltet und Stimmzettel abgedruckt. Die geringe Resonanz auf die Umfragen lässt zumindest darauf schließen, dass das Thema Altkennzeichen bei den Prignitzern insgesamt kaum eine Rolle spielt.

Intensiv hingegen wurde auf Facebook diskutiert, wobei auch hier viele Kommentatoren das PR-Kennzeichen favorisieren. „Ich bleibe PR treu“, schreibt Nicole Ebert, und auch Tina Grajek hält am aktuellen Kürzel fest: „Ich bin Prignitzerin, keine Perlebergerin.“ Nur vereinzelt fanden sich Gegenstimmen wie die von Kathleen-Eileen Weber: „Schön wäre es, wenn wieder jede Stadt ihre Buchstaben bekommen würde...PK.“

Auch Experten, die beruflich mit Kennzeichen zu tun haben oder hatten, meldeten sich auf unsere Berichterstattung am Samstag hin zu Wort. „Mit Ihrem Artikel ,Die Heimat auf dem Kennzeichen‘ kann ich so nicht mitgehen“, schrieb uns Jürgen Nüsse, ehemaliger Leiter des Sachbereichs Ordnung und Verkehr bei der Prignitzer Kreisverwaltung. „Mit den ehemaligen Kreisgebietsreformen sind nicht nur PER und PK untergegangen, sondern auch KY für die Gemeinde Gumtow und LWL für das Amt Lenzen-Elbtalaue. Zum jetzigen Zeitpunkt wieder für die Einführung von PER und PK zu werben, heißt nichts anderes, als die Einwohner dieser Gemeinden auszugrenzen.“

In seiner Zeit als Sachbereichsleiter habe er in dieser Angelegenheit viel vom Gleichheitsgrundsatz gehalten und auch das seinerzeit zuständige Verkehrsministerium in Potsdam um Lösungen gebeten, schreibt Nüsse. „Leider hatte ich damit keinen Erfolg.“ Auch die jetzige gesetzliche Regelung sei nicht zufriedenstellend. „Ein Beispiel: Sie wohnen in Kyritz und holen sich bei der Zulassungsstelle in Neuruppin ein KY-Kennzeichen. Dann ziehen Sie nach Gumtow und können Ihr Kennzeichen behalten. Verkaufen Sie Ihr Fahrzeug an einen Uralteinwohner aus Gumtow, darf dieser das Kennzeichen nicht behalten (auch wenn er vor Jahren selbst noch an seinem mittlerweile verschrottetem Pkw ein KY-Kennzeichen besaß.“

Aus diesem Grund plädiert Nüsse dafür, bei PR zu bleiben. „Die angekündigte Kreisgebietsreform wird auch die Kennzeichen betreffend für neuen Gesprächsstoff sorgen“, ist er sich sicher. 

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