Prignitzer Wirtschaft in Balllaune

„Wir benötigen die Jugend, setzen auf ihr Können, ihre Ideen und  Unbekümmertheit.“,  Dietmar Schmidt
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„Wir benötigen die Jugend, setzen auf ihr Können, ihre Ideen und Unbekümmertheit.“, Dietmar Schmidt

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28. Februar 2010, 06:42 Uhr

Prignitz | Die Instandhaltungswerk GmbH der Deutschen Bahn hat einen großen Auftrag am Haken. "Wir werden 25 Unfallwagen aus Israel instandsetzen", sagt Werkleiter Dietmar Schmidt auf dem 6. Prignitzer Unternehmerball am Freitagabend. 17 Waggons werden im Wittenberger Werk überholt, acht direkt an Ort und Stelle in Haifa. "In wenigen Tagen wird der Vertrag in Israel unterzeichnet, dann reisen fachlich versierte Mitarbeiter von uns nach Haifa", so Schmidt.

Seit Jahren, so sagt er, bilde das Werk seinen Berufsnachwuchs im großen Maße selbst aus. "Wir benötigen die jungen Leute, setzen auf ihr Können, ihre Ideen und auch auf die ihnen noch eigene Unbekümmertheit". Das Fahr zeug instandhaltungswerk gehört wie die Firma Schorisch Magis aus Karstädt und die Kreiskrankenhaus gGmbH zu jenen Unternehmen in der Prignitz, die sich bei der Aus- und Weiterbildung besonders engagieren. Dafür wurden sie am Ballabend im Wittenberger Kultur- und Festspielhaus geehrt (wir berichteten am Sonnabend). Die Initiative für diese Auszeichnung hatte der "Prignitzer" ergriffen. Redaktionsleiter Hanno Taufenbach würdigte in Laudationes das Engagement der Unternehmen. Sie würden damit Zukunft in der Region sichern.

"Guter Facharbeiternachwuchs kommt nicht von irgendwo her, man muss sich selbst kümmern, ihn ausbilden und Mitarbeitern im Unternehmen eine Pers pektive bieten", das sei die Maxime der Schorisch AG, sagt Christoph Martin. Das Vorstandsmitglied war extra aus Hamburg angereist, um die Auszeichnung der zur Gesellschaft gehörenden Karstädter Firma zu erleben.

"Die Kreiskrankenhaus gGmbH ist ein Wirtschaftsfaktor in der Region, und das in mehrfacher Hinsicht. Mit der Auszeichnung heute, wird auch das unterstrichen", freute sich Torsten Uhe in Vertretung der Krankenhausgesellschafter.

6221 Unternehmen in den Zuständigkeitsbereichen von Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammer prägen das wirtschaftliche Gesicht der Prignitz. Dass es guten Grund zum Feiern gibt, wissen Unternehmen, und sie fanden sich in den Worten von Ministerpräsident Matthias Platzeck bestätigt. Der Landesvater war nun schon zum vierten Mal Gast des Unternehmerballs: "Ich komme gern, sehr gern, schätze das Engagement, wie ich es hier auf vielen Ebenen erlebe", sagte Platzeck dem "Prignitzer".

"Mit Zukunftsthemen und mit der Einbindung vieler Partner sind Sie gut aufgestellt", sagte Ministerpräsident Platzecke den Wirtschaftsvertretern, Händlern und Gewerbetreibenden, die gemeinsam mit kommunalen Repräsentanten in Feierlaune waren. Beleg dafür seien die Investitionen im vergangenen Jahr, das durch die Krise alles andere als einfach war.

Die Tatkraft und der Zusammenhalt der Wirtschaft untereinander, die Verzahnung im Regionalem Wirtschaftswachstumskern Perleberg-Wittenberge-Karstädt sowie im Autobahndreieck Wittstock mit den Kommunen waren dem Landeschef eine ausdrückliche Erwähnung wert.

Platzeck ging auf den neu entstehenden Wittenberger Hafen als millionenschwere Investition ein: Er sei von der Landesregierung zu Recht in die "Rubrik der überregional bedeutsamen Projekte eingeordnet. Hier werde in der Krise die Chance ergriffen, auf die Herausforderungen von Morgen vorbereitet zu sein.

"Für uns ist es keine Frage, wir sind mit dem Hafen auf Erfolgskurs", sagte Heinrich Ahlers, Geschäftsführer der Elbeport GmbH dem "Prignitzer".

Auf dem Unternehmerball konnten der Ministerpräsident und der Chef der Wirtschaftsinitiative Westprignitz (WIW), Lutz Lange, die Elbeport GmbH als 100. Mitglied begrüßen. "Wir sind hier jetzt fest verwurzelt, das machen wir mit dem Schritt in die WIW sehr deutlich", bekräftigten Ahlers und der zweite Geschäftsführer Dr. Eckard Stübner.

Zum Unternehmer des Jahres kürte die Wirtschaft mit Gerhardt Plack den Geschäftsführer der Transport-, Umschlag und Lagerungs GmbH aus Falkenhagen, die sich in den vergangenen Jahren durch stetes Wachstum auszeichnete. "Es ist eine Anerkennung für die gesamte Belegschaft", reagierte Plack und fügte an, Erfolge heißt "jeden Tag Kampf". Als stellvertretender Dehoga-Chef und Mitinitiator der Elblandfestspiele erfuhr Bodo Rückschlag ebenfalls eine Ehrung.

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