zur Navigation springen

Ansichtskarten aus der Region : Prignitzer Postkarten aus Schwerin

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Klaus Kummer stellt über seinen eigenen Verlag Ansichtskarten her / An seinen Erfolg in Mecklenburg kann er hier noch nicht anknüpfen

Der Schweriner Klaus Kummer hat einen ungewöhnlichen Beruf: Er ist Postkartenautor. Der 62-Jährige betreibt einen eigenen kleinen Verlag, über den er Ansichts- und Klappkarten von vielen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns vertreibt. Seit dem vorigen Jahr gehört auch die Prignitz zu seinem Repertoire.

Angefangen hat Kummer nach der Wende, als der gelernte Maschinenbaukonstrukteur keine Arbeit mehr fand. „Ich habe schon immer gern fotografiert und wollte mein Hobby dann zum Beruf machen“, erinnert er sich. Den Anstoß bekam der Schweriner, als er in einer Druckerei als Aushilfe arbeitete. „Die haben Postkarten produziert, die mir überhaupt nicht gefallen haben. Da dachte ich, und mein Umfeld bestätigte es mir: Das kann ich doch besser.“

Der Anfang war schwer. „Ich habe mich langsam hochgearbeitet, habe anfangs in Buchläden und Stadtinformationen angefragt, ob Interesse besteht.“ Die Karten produziert Kummer in seinem Ein-Mann-Betrieb ganz allein. Er wählt die Motive aus, fotografiert, arrangiert, beschriftet und druckt sie. 1998 verkauft er seine ersten Karten. Mit viel Erfolg: „Sie schlugen ein wie eine Bombe“, sagt Kummer lachend.

Zunächst beschränkt er sich auf Ansichtskarten von Schwerin, später kommen umliegende Städte hinzu: Boizenburg, Hagenow, Parchim, Ludwigslust, Grabow. Über einen Händler, der auch die Prignitz mit Postkarten beliefert, kam er schließlich auf den Brandenburger Landkreis. „Ich habe mir auf der Grünen Woche ein Prignitz-Prospekt besorgt und mich informiert, welche Sehenswürdigkeiten es dort gibt.“ 2012 und 2013 fährt er mehrere Male in die Prignitz, macht Rundtouren und fotografiert. „Am liebsten mochte ich die Kirchen, besonders die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack“, erzählt er.

Neun Ansichtskarten aus verschiedenen Ecken der Prignitz hat er inzwischen hergestellt. Der Erfolg jedoch blieb bislang aus: „Es gibt nur wenige Buchhandlungen, die meine Karten genommen haben. Touristinformationen gar nicht“, so Kummer. Möglicherweise liegt das an seiner Motivauswahl, denn auf seinen Karten vertreten sind unter anderem auch Havelberg, Wittstock und Kyritz. Ins Wort Rühstädt hat sich ein Rechtschreibfehler eingeschlichen. Dennoch gibt sich Kummer optimistisch: „Ich werde noch einen neuen Versuch starten.“

Insgesamt habe er schon 900 verschiedene Motive für Post- und Klappkarten produziert. Er verkauft sie jeweils in kleinen Auflagen von 1000 Stück. „Und sie werden regelmäßig nachbestellt.“ Lohnen würde es sich insbesondere in kleinen Städten. „In den großen Bäderorten wie Rostock regieren die großen Haie, da habe ich mit meinem kleinen Betrieb keine Chance.“

Über seine Heimatstadt und über Rostock hat er auch schon mehrere Bücher und Wandkalender hergestellt. Ein weiterer Bildband über Schwerin sei in Arbeit. Seine Leidenschaft jedoch gilt den Postkarten. „Es macht mir einfach Spaß, die Karten schnuckelig zu gestalten. Da ist viel Liebe dabei.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen