SparkassenBilanz 2015 : Prignitzer legen mehr auf die Seite

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Sparkasse legt vorläufige Bilanz für Geschäftsjahr 2015 vor / Keine weiteren Filialschließungen geplant / Kontonummer hat ausgedient

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22. Januar 2016, 08:00 Uhr

Über 725 Millionen Euro beträgt die Bilanzsumme der Sparkasse Prignitz für das Geschäftsjahr 2015 und damit etwa ein Prozent mehr als im Jahr davor. Auf seiner Bilanzpressekonferenz informierte der Vorstand der Sparkasse gestern über das abgelaufene Jahr und die Veränderungen, die die Kunden in 2016 erwarten.

Das Jahr 2015 stand weltweit im Zeichen niedriger Zinsen. Das hat Auswirkungen auf die Kleinanleger. „Auch die Sparer in der Prignitz erhalten auf ihre Spareinlagen kaum Zinsen“, so André Wormstädt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse. Trotzdem seien die gesamten Einlagen der Privatkunden um 1,5 Prozent auf insgesamt fast 630 Millionen Euro gestiegen. Dabei liegen auf täglich verfügbaren Konten zirka 238 Millionen Euro, also fast 12 Prozent mehr als 2014. Die Beträge auf klassischen Sparbüchern wuchsen durchschnittlich um 20 Prozent, insgesamt 157 Millionen Euro lagern dort.

Für das Geldinstitut haben die niedrigen Leitzinsen einen Beigeschmack, denn wenn es zum Beispiel bei der Bundesbank größere Summen sicher zwischenlagern will, werden seit einiger Zeit sogenannte Minuszinsen fällig. „Wir geben diese Minuszinsen an unsere Kunden aber nicht weiter. Das Spannungsfeld wird für uns dadurch allerdings auch größer“, klärte Wormstädt auf.

Der Sparer merkt davon also noch nichts. Positiver Effekt der Zinsentwicklung: „Wer eine Finanzierung für ein Haus braucht, der profitiert stark. Kredite sind so günstig wie nie“, so Wormstädt. Über 115 Millionen Euro an Wohnungsbaukrediten standen 2015 in den Büchern der Sparkasse.

Trotz der rückläufigen demographischen Entwicklung in der Prignitz hat sich die Zahl der Girokonten auf über 41 800 erhöht. 90 Prozent der Kunden seien Privatkunden. Die Sparkasse gehe mit deren Einlagen konservativ um, wie Wormstädt bemerkte, und investiere nur risikoarm, zum Beispiel in Pfandbriefe und sichere Staatsanleihen.

Zugleich gaben die Vorstandsmitglieder auch einen Ausblick auf das laufende Jahr. Nach dem Aus der kleinen Standorte Lindenberg und Breese im Vorjahr sind keine weiteren Schließungen geplant.

Ein Bankbus, wie er andernorts zum Einsatz kommt, sei keine Option. „Da reden wir in jenen Regionen von ganz anderen Distanzen. Wir wollen lieber mit unseren Filialen in der Fläche präsent bleiben“, so Wormstädt. Dazu werde massiv in die Erneuerung von SB-Terminals investiert. An den 13 Standorten in der Prignitz werden 50 Geräte erneuert oder ausgetauscht.

Die Geschäftsstelle in Perleberg soll zudem ab dem Frühsommer bis Ende des Jahres bei laufendem Betrieb saniert werden.

Bei den Öffnungszeiten wird künftig am Freitag das Beratungsgeschäft in allen Filialen um 13 Uhr beendet.

Auf eine Preissteigerung müssen sich die Sparkassen-Kunden aber einrichten. Ab dem 1. Mai gelten neue Konto-Konditionen, über die das Geldinstitut in den nächsten Tagen ausführlich informieren will.

Die alte Kontonummer und die Bankleitzahl haben Ende des Monats endgültig ausgedient. Ab dem 29. Januar dürfen die Sparkassen nur noch Überweisungen mit IBAN-Nummer entgegen nehmen. Die Kunden seien bereits darauf vorbereitet, so Wormstädt. Nur noch ein Prozent aller Überweisungen erfolge nicht nach neuem SEPA-Standard.

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