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Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 06:55 Uhr

Prignitzer Küchen sind sauber

vom

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2012 | 06:21 Uhr

Prignitz | Seit der durch verseuchte Erdbeeren ausgelösten Brechdurchfall-Epidemie in Schulen und Kitas ist eine Debatte über die Versorgungsbetriebe entbrannt. Im Rahmen unserer in dieser Woche gestarteten Serie stellen wir nicht nur die lokalen Versorger vor, sondern sprachen auch mit dem kreislichen Gesundheitsamt über die Hygiene in Prignitzer Küchen.

Vorneweg können die für Hygiene zuständige Amtstierärztin Dr. Sabine Kramer und die Kreisveterinärrätin Andrea Desens Eltern beruhigen: "Die Beanstandungen bei den Lebensmittelbetrieben, insbesondere bei Schulküchen sind gering", sagt Desens. Sie umfassen hauptsächlich kleinere Verschleißerscheinungen an Ein- und Ausrüstungen, fehlende Kennzeichnung von Zusatzstoffen in den Speiseplänen und Lücken bei der Dokumentation der Eigenkontrollen, so Desens weiter.

Alle Lebensmittelunternehmen werden risikoorientiert überprüft", erklärt Dr. Kramer. Und das geschehe mindestens zwei Mal im Jahr. Bei festgestellten Verstößen gebe es Nachkontrollen. Die Behördenmitarbeiter würden unangemeldet kommen, jeder Betrieb, jede Küche könne jederzeit aufgesucht werden.

Hygiene, Buchführung, Lieferscheine - für alles gebe es Vorschriften. Wichtig sei der optische Eindruck. "Wir haben unsere Erfahrung, wissen, wo wie genauer hinschauen müssen", sagt Andrea Desens. Eine Taschenlampe gehöre zu ihrer Grundausrüstung. Damit werde auch hinter Schränke, in dunkle Lagerecken oder in größere Maschinen hinein geleuchtet. Dass während der Küchenarbeit Dreck anfällt, sei unstrittig. Ungemütlich wird es für den Küchenchef aber dann, wenn alte Verschmutzungen entdeckt werden.

Um diese zu vermeiden, sei es wichtig, dass sich Geräte und Fußböden in einem tadellosen Zustand befinden. Abgeplatzte Fliesen seien zum Beispiel schwieriger zu reinigen. Dort könnten sich Dreck oder Keime festsetzen. "Auch die Gummidichtung der Kühlschränke schauen wir uns sehr genau an", so Desens. Die Temperatur werde überprüft, die Kühlkette mit Lieferscheinen verglichen, die Kleidung der Angestellten und deren persönliche Hygiene bewertet.

Lagerwirtschaft, Ordnung in den Lagerräumen, jährliche Weiterbildung der Angestellten, Beachtung der Mindesthaltbarkeitsdauer - scheinbar unendlich lang ist die Liste der zu überprüfenden Aspekte. "Wenn es Beanstandungen gibt, wird entschieden, bis wann diese zu beheben sind", erklärt die Veterinärrätin. Bei gravierenden Sachen kann die Frist 24 Stunden betragen. Notfalls müsse eine Küche geschlossen werden. Dazu hätte die Behörde die rechtlichen Möglichkeiten.

Neben der optischen Kontrolle werden auch Lebensmittel beprobt. In diesem Jahr sind im Landkreis Prignitz 361 Proben von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen, Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmitteln zu entnehmen und im Landeslabor Berlin-Brandenburg zu untersuchen, sagt Dr. Sabine Kramer. Ziel der Beprobungen seien weniger die Küchen, sondern die regionalen Produzenten der Lebensmittel.

Im nächsten Jahr gibt es landesweit einen Schwerpunkt: Schulküchen. Sie sollen besonders intensiv unter die Lupe genommen werden. "Das ist Zufall und stand schon lange vor dem jüngsten Vorfall mit den verunreinigten Erdbeeren fest", erklärt Dr. Kramer.


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