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Der Prignitzer

22. November 2017 | 17:41 Uhr

Prignitzer helfen den Havelbergern

vom

svz.de von
erstellt am 14.Jun.2013 | 08:10 Uhr

Prignitz/Havelberg | Mit 7,17 Meter lag der Elbpegel gestern früh um zwei Zentimeter über der Prognose, fiel aber weiter leicht. Damit entspannt sich die Lage in der Prignitz, aber im Raum Havelberg spitzte sie sich gestern so sehr zu, dass die Prignitz massiv die Menschen im Nachbarkreis unterstützt.

Drei Dörfer waren gestern akut vom Hochwasser bedroht: Garz, Warnau und Kuhlhausen. Dass nach dem Deichbruch aus Fischbeck heranströmende Wasser konnte nicht wie erhofft, durch die Öffnung einer Landstraße umgelenkt werden, erklärte Landrat Hans Lange. "Wir haben dort sehr schwierige Verhältnisse, so dass wir Einsatzkräfte und Material nach Havelberg schicken", sagte er.

Die Bundeswehr bringe zu den bedrohten Dörfern 5000 gefüllte Sandsäcke, das THW weitere 3000 nach Havelberg. "Wir können diese abgeben, bei Bedarf auch weitere Säcke", so Lange. Allein in Wittenberge liege auf der Ölmühle eine Reserve von weit über 100 000 Säcken. Auch 60 Bundespolizisten aus der Prignitz eilen den Havelbergern zu Hilfe, unterstützt werden sie von den Feuerwehren Grube, Legde, Kuhblank, Roddan und Breese.

Experten hätten sich entschieden, den Hauptdeich der Havel an zwei Stellen aufzuschlitzen. Durch die jeweils 50 Meter breiten Öffnungen soll versucht werden, das Wasser gezielt in die Havel zu leiten. Unabhängig vom Erfolg dieser Maßnahme drohe dem etwas höher gelegenen westlichen Havelland im Bereich Milower Land keine akute Gefahr, dass sich die Fluten von Fischbeck aus in diese Region ergießen, teilte das Potsdamer Innenministerium mit. Der Krisenstab Havelland habe als zusätzlichen Schutz für die Region einen Notdeich errichten lassen.

Die Deiche in der Prignitz halten, zeigen aber zunehmend Spuren des seit einer Woche anhaltenden extremen Wasserdrucks. Im gesamten Elbbereich, auch an den sanierten Abschnitten, nehmen Sickerstellen zu. Aber es gebe nirgends eine besondere Gefährdung, beschrieb Landrat Hans Lange die Situation. Zwischen Hinzdorf und Scharleuk werde der Deich intensiv beobachtet, aber der Zustand habe sich nicht verschlechtert. In Hinzdorf drohe keine Gefahr. Etwas feuchter seien die Flächen am Rehwischdeich in Wittenberge geworden. "Aber die Zuwegungen sind frei und wir können sie nutzen", so Lange. Zunehmend werden Faschinen verbaut, Nachschub sei bestellt. Der Regen in der Nacht zu gestern habe kaum Auswirkungen auf das Hochwasser. "Auch die Deiche wurden dadurch nicht beschädigt", erklärte Bodo Schwiegk, Referatsleiter im Landesumweltamt. Bereits gestern hatte sich das Wetter beruhigt und auch am Wochenende sind keine neuen Regenfälle angekündigt.

Trotz des fallenden Pegels sprechen weder Lange noch Schwiegk von einer wirklichen Entspannung. Über sieben Meter sei der Druck auf die Deiche anhaltend hoch und das seit nunmehr einer Woche. Deichläufer müssten besonders aufmerksam sein und sollen auch bis in die nächste Woche hinein ihren Dienst fortsetzen.

Bestehen bleibe ebenfalls der Katas trophenalarm und das unabhängig von den Wasserständen der Elbe. Er werde erst beendet, wie die gesamte Lage das zulässt, entschied der Landrat.

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