zur Navigation springen
Der Prignitzer

19. November 2017 | 05:57 Uhr

Prignitzer Grüne in der Erfolgsspur

vom

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2011 | 06:46 Uhr

Prignitz/Potsdam | Bundesweit sind die Grünen im Aufwind - was Wahlergebnisse und Mitgliederzahlen betrifft. In Brandenburg sind sie gar die einzige Partei mit einem nennenswerten Zuwachs an Mitgliedern. Und dennoch ist die Struktur regional sehr unterschiedlich. In der Prignitz kann von Mitgliederzuwachs wahrlich nicht gesprochen werden.

Es gebe keine Eintrittswelle, bestätigt Bärbel Treutler, Vorsitzende im Kreisverband Prignitz. Aktuell 19 Mitglieder zählt der Verband - eine seit Jahren annähernd kons tante Zahl. Zumindest aber erreiche ein Luftzug die Region. "Wir erhalten viele Anfragen zu unseren politischen Themen, zum Beispiel der Atompolitik", sagt Treutler.

Sie sieht einen direkten Zusammenhang zum möglichen atomaren Endlager in Gorleben, zu den Castortransporten durch die Prignitz und der Katastrophe in Japan. "Die Leute spüren, dass wir nicht nur Parolen rufen, sondern uns in Sachthemen einarbeiten und damit auseinandersetzen", so Treutler.

Mehrere Erfolge reklamiert sie für den Kreisverband. Darunter die jüngste Resolution des Kreistages gegen Gorleben und ebenfalls die Resolution für eine gentechnikfreie Prignitz. Mit der Forderung des Kreistages für die Beibehaltung der jetzigen Regelung zur Tierkörperbeseitigung, gebe es einen roten Faden zur Landespolitik der Grünen.

Auch wenn der Verband nur wenige Mitglieder zähle, sei er aktiv. Waren die Grünen lange Zeit die einzigen, die öffentlich nennenswerten Protest gegen Atomkraft organisierten, hat sich mittlerweile das Anti-Atombündnis PrigNIX gegründet. Das Engagement für eine bäuerliche Agrarwirtschaft, für die Aktion "Hochspannung tiefer legen" oder gegen Monokulturen seien weitere aktuelle parteipolitische Themen, die auch in der Bevölkerung diskutiert würden. "Parallel sind wir an den großen Themen Elbeausbau, A 14 und Hafen Wittenberge dran", sagt Bärbel Treutler.

Die geringe Mitgliederzahl zwinge zu flexiblen Arbeitsmodellen. "Wir kommunizieren übers Internet, treffen uns in kleinen Gruppen." Einige Mitglieder könnten aus beruflichen Gründen nicht persönlich an Parteiveranstaltungen teilnehmen. Auch die erst im vergangenen Jahr eröffnete Geschäftsstelle in Wittenberge wurde zum 31. Dezember wieder geschlossen.

Nachwuchsgewinnung bleibe bei aller Präsenz im Rahmen öffentlicher Aktionen schwierig. Auch mit Blick auf die nächsten Kommunalwahlen sieht Treutler keine Kandidatenflut. Um so wichtiger sei es, die Bevölkerung zu überzeugen, dass die Grünen keine reine Anti-Partei sei, die alles ablehne. "In der Politik dominieren Lobbyarbeit und Wunschdenken, wir aber wollen Offenheit und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in unser politisches Handeln einbeziehen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen