Prignitzer geben mehr Geld aus

Zufrieden mit der Bilanz 2013: Sparkassenvorstand André Wormstädt
Zufrieden mit der Bilanz 2013: Sparkassenvorstand André Wormstädt

Sparkasse blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück und spricht über wirtschaftliche Situation in der Region

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10. März 2014, 09:37 Uhr

Den Gewinn gesteigert, mehr Spareinlagen, gute Ergebnisse in einem Qualitätstest und selbst tatkräftig investiert – die Führungsspitze der Sparkasse Prignitz blickte bei der gestrigen Bilanzpressekonferenz auf ein erfolgreiches Jahr 2013 zurück.

Die Prignitzer Kunden schenken der Sparkasse weiterhin Vertrauen. Ihre Einlagen stiegen spürbar auf 592 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es 578 Millionen Euro, sagte Vorstandsmitglied Elfi Gabriel. Bei rund 60 000 Kundenkontakten und 41 400 Girokonten sieht sich das Kreditinstitut nach eigenen Angaben als Marktführer in der Prignitz, was die genannten Zahlen bestätigen würden.

Wermutstropfen für die Sparer seien die unverändert niedrigen Zinsen. „Längere Anlagen sind kaum gefragt, viele parken ihr Geld lieber kurzfristig und flexibel“, so Elfi Gabriel. Das Wertpapiergeschäft werde offensichtlich nicht als Alternative gesehen, obwohl die Aktienmärkte 2013 gut gelaufen seien. „Der Umsatz in diesem Bereich stagnierte bei 35 Millionen Euro“, sagte Gabriel.

Niedrige Zinsen, Zurückhaltung bei den Aktien – stattdessen geben die Leute ihr Geld lieber aus. „Die Konsumfreudigkeit nimmt in der Prignitz spürbar zu“, erklärte der Vorstandsvorsitzende André Wormstädt. Zu merken sei das am Interesse an Darlehen und Krediten. Allein an Häuslebauer vergab die Sparkasse 16,9 Millionen Euro Kredite. Insgesamt liegt die Kreditsumme bei 251 Millionen Euro. Ein für Wormstädt nicht ganz zufriedenstellender Wert.

„Ich wünsche mir noch mehr private und gewerbliche Nachfrage. Es gibt definitiv keine Kreditklemme“, sagte er. Die Zurückhaltung der Unternehmen führt er einerseits auf den verstärkten Einsatz von Eigenmitteln zurück. Andererseits hätten sich Firmen mit Investitionen zurückgehalten, um die in diesem Jahr neu anlaufende EU-Förderperiode abzuwarten.

Die Sparkasse sieht sich nicht nur als wichtiges Kreditinstitut in der Prignitz, sondern auch als bedeutender Arbeitgeber und Steuerzahler. Der Jahresgewinn stieg leicht um 20 000 Euro auf 875 000 Euro. Über 1,2 Millionen Steuern habe die Sparkasse gezahlt, davon etwa eine halbe Million Gewerbesteuer direkt an die hiesigen Städte und Gemeinden.

Dazu komme das soziale Engagement für die Region. Wormstädt nannte Großveranstaltungen die finanziell unterstützt werden, darunter der Prignitz-Sommer und die Elblandfestspiele. Rund 220 Einzelspenden werden im Jahr bewilligt. Das entspreche durchschnittlich einer Spende pro Arbeitstag. Die Jugend- und Kulturstiftung habe ihr Kapital auf 2,9 Millionen Euro aufgestockt und erst kürzlich wieder Zuwendungsbescheide an Prignitzer Projekte vergeben sowie zwei Auslandspraktika von Schülern unterstützt.

Die Sparkasse beschäftigt 182 Mitarbeiter, darunter zwölf Auszubildende. Auch wenn das Online-Geschäft zunehme, soll die Beschäftigtenzahl vorerst nicht reduziert werden, stattdessen würden inhaltlich neue Arbeitsschwerpunkte gesetzt, unter anderem in der Kundenbetreuung.

Für diese erhielt das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Auszeichnung. Das Institut für Marketing und Kommunikation habe die Beratungsqualität getestet und diese mit „hervorragend“ eingestuft. Für die nächsten zwei Jahre darf die Sparkasse dieses Qualitätsurteil führen.

Das Kreditinstitut habe 2013 in großem Umfang selbst Investitionen getätigt. Unter anderem seien fast alle 27 Geldautomaten ausgetauscht worden. In einen Großteil der 15 Geschäftsstellen seien Maßnahmen zur Energieeinsparung umgesetzt worden. Am Hauptsitz in Pritzwalk wurden die Decke isoliert und Wärmebrücken beseitigt. 220 000 Euro flossen dafür an Handwerker in der Region, informierte Stephan Zunke, stellvertretendes Vorstandsmitglied. Für 115 000 Euro wurden Mitarbeiter aus und fortgebildet, ergänzte er.

Als eine große Herausforderung bezeichnete der Vorstand die künftige Ausbildung. Die Zahl der Bewerber sei von 100 auf rund 20 pro Jahr gesunken „und nicht jeder davon passt in unser Profil“, sagte André Wormstädt.


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