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Grüne Woche 2017 : Prignitzer Galloways in Berlin

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Marco und Manfred Glaser aus Perleberg sind als einzige Landwirte aus der Region mit Tieren auf der Grünen Woche vertreten.

von
erstellt am 25.Jan.2017 | 11:00 Uhr

Wer auf der Grünen Woche in Berlin nach Tieren aus der Prignitz Ausschau hält, muss lange suchen. Nur Landwirt Marco Glaser aus Perleberg nimmt an der Tierschau teil. „Zusammen mit meinem Vater stelle ich jedes Jahr aus“, sagt er. Noch bis Freitag können Besucher seine Galloway-Rinder bewundern.

Für Marco Glaser sind sie mehr Hobby als Beruf. Er liebt ihre urige Art. „Sie haben einen ganz anderen Instinkt, wachsen viel langsamer und bekommen dadurch eine bessere Fleischqualität.“ Ihre Heimat ist das raue Schottland. Dagegen mutet das Prignitzer Klima heimelig an.

Nur zehn Galloways besitzt er. Nach Berlin hat er Bulle, Kuh und Kalb mitgenommen. Er selbst bleibe die ganze Woche über in der Hauptstadt. So ein Messeauftritt verursacht Kosten und die Zeit fehle ihm für seine eigentliche Arbeit. Der Familienbetrieb in Baek hält rund 140 Fleckviehkühe für die Milch- und Fleischproduktion. „Ich fahre trotzdem gerne nach Berlin. Die Messeleitung lädt uns zur Teilnahme ein, ich kann Kontakte pflegen und mich mit Kollegen vor allem über das Thema Zucht und Tierhaltung austauschen.“


Erfolgreich auf Bundes- und Landesebene


In der Zucht sind Glasers sehr erfolgreich. Im vergangenen Jahr hatten sie beim Fleckvieh den besten Bullen Deutschlands. Gutachter hatten ihn wie alle Herdbuchzucht-Tiere regelmäßig bewertet. „Das Ergebnis hat uns total überrascht“, sagt Glaser.

Der 38-jährige Landwirtschaftsmeister ist mit Tieren aufgewachsen, die Arbeit mache ihm Spaß, auch wenn es Tage gibt, an denen er keine Lust hat, bei Wind und Wetter nach seinen Tieren zu schauen. Letztens musste er im Schnee rund einen Kilometer seines Zaunes ablaufen, um diesen vom Eis zu befreien. Solche nicht planbaren Arbeiten bringen häufiger den Tag durcheinander. „Das gehört aber dazu.“

Politisch fühlen er und sein Vater sich zunehmend im Stich gelassen. Vor allem die Wölfe bereiten ihnen Sorge. „Ich selbst habe noch keinen gesehen, aber es gab ja Sichtungen und Vorfälle in der Region.“ Er sei überzeugt, dass sich der Wolf „zu einem größeren Problem entwickeln wird“.

Marco Glaser will ihn nicht vertreiben, aber der Bestand müsse reguliert werden. „Auffällige Tiere müssen bei Übergriffen schnell und unkompliziert entnommen werden“, fordert er.

Den Interessenkonflikt mit den Umweltverbänden sehe er, zugleich werde jedoch die Freilandhaltung von Tieren propagiert, aber die sei mit Wölfen nicht vereinbar. „Wir können nicht überall Zäune bauen und diese schon gar nicht finanziell unterhalten.“ Die Politik müsse endlich reagieren und Marco Glaser sieht erste Zeichen, dass sie dazu bereit sei.

 

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