Unfallstatistik 2015 : Prignitz: Zahl der Unfälle steigt

Zwei Verletzte gab es bei diesem Unfall auf der B 5 zwischen Quitzow und Schönfeld.
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Zwei Verletzte gab es bei diesem Unfall auf der B 5 zwischen Quitzow und Schönfeld.

2015 gab es mehr Verletzte, aber weniger Tote / Wildunfälle nahmen deutlich zu, auch auf Parkplätzen krachte es oft

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15. März 2016, 21:00 Uhr

In der Prignitz liegt das Risiko, an einem Unfall beteiligt zu sein und dabei verletzt zu werden, über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Dieses Fazit zogen gestern der Leiter der Polizeidirektion Neuruppin, Bernd Halle, und der Leiter Verkehrspolizei, Frank Schiermeister, bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz 2015. Im Landkreis krachte es mit 2657 Fällen 2,5 Prozent häufiger als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten stieg deutlich um 11,7 Prozent auf 316. Dagegen gab es mit elf Toten drei weniger als 2014.

Bei den Hauptunfallursachen wie zu geringer Sicherheitsabstand, unangepasste und überhöhte Geschwindigkeit, Vorfahrts- und Überholfehler sowie Fahren unter Alkohol sind im Kreis die Zahlen gesunken. Das resultiert nach Polizeiangaben zum Teil aus statistischen Effekten durch das Herausrechnen der Parkplatzrempler. Parkplätze bleiben ein kollisionsträchtiger Ort, sie stellen einen Großteil der „sonstigen“ Unfallursachen. Bei diesen fast immer auf Unaufmerksamkeit zurückzuführenden Karambolagen bleibt es meist bei Blechschäden, Verletzte sind die Ausnahme. Jedoch wird bei diesen Fällen ein Großteil der Unfallfluchten gezählt. Bei Wildunfällen gab es ein Plus von 7,6 Prozent auf 905.

Im Bereich der Polizeidirektion (Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz) ereigneten sich im Vorjahr 13 039 Verkehrsunfälle, ein Anstieg um 124 gegenüber 2014. Auch die Zahl der Verletzten wuchs um 129 auf 1856. Bei den getöteten Personen gab es hingegen einen Rückgang um vier auf 28.

Während bei Unfällen mit Kradfahrern entgegen dem Landestrend mit 242 weniger Unfälle registriert wurden, stiegen die Radfahrerbeteiligungen leicht auf 500. Dabei wurden 381 Radler verletzt und vier getötet. Rückläufig waren Unfälle mit Fußgängern, Kindern, jungen Fahrern und Senioren. „Die Beibehaltung der umfangreichen repressiven Verkehrsüberwachungsmaßnahmen wie auch der Verkehrsprävention ist notwendig, denn wir wollen eine dauerhafte positive Verhaltensänderung der Verkehrsteilnehmer erzielen“, betonte Bernd Halle. Fast 314 000 Geschwindigkeitsverstöße wurden im Bereich der Polizeidirektion geahndet, ebenso 736 Alkohol- und 137 folgenlose Drogenfahrten. Dazu kamen mehr als 8000 weitere Verstöße, beispielsweise gegen Gurt- und Helmpflicht, Telefonieren am Steuer oder Vorfahrt- und Rotlichtverstöße. Der Videomesswagen stellte innerhalb eines Jahres 1614 gravierende Geschwindigkeits- bzw. Abstandsverstöße fest.

Es wurden 9229 Fahrzeuge des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs (Busse und Lkw) kontrolliert und 4396 Verstöße bei 3669 Fahrzeugen entdeckt. Dabei ging es um nicht eingehaltene Lenk- und Ruhezeiten, technische Mängel und schlecht gesicherte Ladungen. 332 Lkw wurden aufgrund gravierender Mängel vor Ort stillgelegt.

Um Verstößen vorzubeugen, wurden 10 805 Verkehrsteilnehmer in 526 Präventionsveranstaltungen für normgerechtes Verhalten auf den Straßen sensibilisiert. 89 Mal standen junge Fahrer, Senioren und Lkw-Fahrer im Mittelpunkt. Es gab 87 Fußgängerausbildungen und 222 Mal legten Kinder Radfahrerprüfungen ab.


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