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Der Prignitzer

23. Oktober 2017 | 04:53 Uhr

Lachse : Prignitz wird zum Lachsgebiet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Seit 2002 kehren regelmäßig Fische ins Heimatgewässer zurück

von
erstellt am 06.Okt.2015 | 08:00 Uhr

43 000 halbjährige Lachse haben in der Stepenitz zumindest vorübergehend ein neues zu Hause gefunden. Sie wurden gestern in Wolfshagen ausgesetzt. Gemeinsam mit dem Landesanglerverband Brandenburg (LAVB) hat das Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow e. V. das Lachsprojekt vor 17 Jahren gestartet.

Seit dem Erstbesatz im Jahr 1999 im Stepenitzgebiet wurden etwa 934 000 Lachse und 1,136 Millionen Meerforellen ausgesetzt. Die ersten zurückgekehrten Fische konnten 2002 nachgewiesen werden. In der Zwischenzeit wiesen Wissenschaftler und Angler die Rückkehr von 263 Lachsen und 627 Meerforellen nach. Dabei war das Jahr 2010 das bislang beste Aufstiegsjahr.

„Man sagt, der Lachs braucht viel Wasser über dem Kopf. Das heißt: Hohe Wasserstände und starke Abflüsse sorgen für einen guten Aufstieg der Großsalmoniden“, so Steffen Zahn vom Institut für Binnenfischerei. Im Zuge des Projektes „Lachs 2000“ konnten im Stepenitzsystem 17 Wehre abgebaut oder für Fische passierbar gemacht werden. „Das sind allerdings trotzdem nur etwa 60 Prozent der Gewässerfläche, die den Fischen zur Verfügung stehen“, macht Steffen Zahn deutlich.

Große Probleme bereiten die Wehre in Putlitz und Pritzwalk, so Zahn, die den weiteren Aufstieg in die Oberläufe der Flüsse unterbinden. „Wir arbeiten mit unseren Kooperationspartnern beim Wasser- und Bodenverband Prignitz wie auch dem Landesumweltamt zusammen, um diese Hindernisse beseitigen zu können“, so Zahn.

Die jetzt in die Stepenitz entlassenen Junglachse, in der Fachsprache „Smolts“ genannt, werden den Winter in der Region verbringen und bei guter Ernährungssituation im Frühjahr über die Elbe in die Nordsee und den Atlantik abwandern. In zwei Jahren könnten die ersten Fische wieder in die Stepenitz zurückkehren, um hier selbst für Nachwuchs zu sorgen.

An die Angler richtet Steffen Zahn die Bitte, dass gefangene Meerforellen oder Lachse schonend in das Gewässer entlassen werden, um so ihren Beitrag zum Aufbau einer stabilen Population leisten zu können. Erfolgreich läuft auch das Bruthaus in Silmersdorf, so Zahn. Einige tausend Lachse- und Meerforellen konnten hier erbrütet und in die Stepenitz und ihre Nebengewässer entlassen werden.

„Wir fangen die Laichfische in der Stepenitz, streifen den Laich ab und lassen die Tiere wieder frei. Die erbrüteten Jungfische werden ebenfalls wieder ausgesetzt. So erhoffen wir uns eine noch stärkere Prägung der Fische auf ihr Heimatgewässer und eine bessere Quote bei der Rückkehr“, erklärt Zahn.

 

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