Tourismusverband : Prignitz will Caravans anlocken

Im Sommer meist ausgebucht, aber selbst im Winter gefragt: Der Stellplatz am Nedwighafen in Wittenberge.
Im Sommer meist ausgebucht, aber selbst im Winter gefragt: Der Stellplatz am Nedwighafen in Wittenberge.

Bierroute, Winterurlauber, Service – Tourismusverband sieht reichlich Potenzial

23-11368050_23-66107917_1416392348.JPG von
10. März 2015, 08:00 Uhr

Unter 30 Plätzen in der Prignitz können Wohnmobiltouristen auswählen. Geht es nach den Vorstellungen des Tourismusverbandes Prignitz sollen es noch mehr werden und die vorhandenen einen Qualitätssprung machen. „Dieser Tourismuszweig boomt und wir haben das Potenzial, Gäste anzulocken“, sagt Verbandsmitarbeiter Mike Laskewitz.

Letzte Impulse hat die am Sonntag zu Ende gegangene Internationale Tourismusmesse in Berlin (ITB) geliefert. Caravantouristen wollen ähnlich wie bei Zeltplätzen eine qualitative Bewertung haben und zwischen den Qualitätsstufen auswählen. Der Tourismusverband hat sich alle Plätze in der Prignitz angeschaut, will diese kategorisieren.

„Wir haben klassische Transitplätze, die sich eher für eine Zwischenübernachtung anbieten“, sagt Mike Laskewitz. Die nächste Stufe bietet einen gewissen Grundservice, zum Beispiel eine Stromversorgung. Der Reisemobilhafen wäre die Luxusvariante bis hin zum persönlichen Ansprechpartner vor Ort.

Eine Einteilung und entsprechende Vermarktung der Prignitzer Plätze würde den Fahrern die Orientierung erleichtern. In nächsten Schritt wolle der Tourismusverband Themenrouten entwickeln. Zum Beispiel die Bierroute zu den drei kleinen Brauereien in der Prignitz: Ölmühle, Plattenburg, Buchholz bei Pritzwalk. Oder archäologische Touren von Freyenstein über Seddin bis nach Lenzen. Ideen gebe es reichlich und die Stellplatzbetreiber seien aufgerufen, sich ebenfalls Gedanken zu machen.

Vorgestellte Studien auf der ITB hätten gezeigt, dass Wohnmobilfahrer zwar autark reisen können, sie aber gar nicht selbst kochen wollen. Da sei es gut, dass 80 Prozent der Prignitzer Plätze direkt an einer Gaststätte liegen. Einige haben darüber hinaus noch Alleinstellungsmerkmale wie der am Rudower See: Gaststätte, Bade- und Hundestrand direkt am Platz.

Aus den Erfahrungen anderer Regionen heraus sieht Laskewitz Potenzial auch jenseits der Hauptsaison. Dabei denkt er an den Wilsnacker Stellplatz an der Therme: „80 Fahrzeuge haben dort Platz, aber im Winter sind es selten mehr als zehn“, sagt er. Andere Winterstellplätze locken bis zu 100 Wohnmobile an.

Richtiges Marketing sei nötig, dann kommen auch die Touristen, ist er überzeugt. Der Verband wolle sich eine Partnerregion suchen, vielleicht auch im Ausland. Hilfreich wäre es, wenn sich die Anbieter Kennzeichen notieren, um herauszufinden, ob es eine Region gibt, aus der besonders viele Caravans in die Prignitz kommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen