Durchatmen in Wittenberge und Umgebung : Prignitz lockt mit guter Luft

Messstation in Wittenberge registriert nur wenige Schadstoffe. Belastung mit Ozon oder Feinstaub durch Hitze und Ernte möglich

23-43196173_23-66107918_1416392361.JPG von
19. August 2015, 19:00 Uhr

Das Regenwetter der letzten Tage verschafft die Chance zum Durchatmen. Aber auch wenn nach einer solchen Phase die Luft ganz besonders frisch wirkt, kann der Landkreis Prignitz allgemein eine gute Luftqualität für sich beanspruchen.

„Tatsächlich ist die Luft in der Prignitz grundsätzlich gut“, sagt Doris Lorenz vom Landesumweltamt. „An heißen Tagen mit starker Sonneneinstrahlung ist allerdings auch hier – wie im ganzen Land – mit erhöhten Ozonwerten zu rechnen. Örtlich kann es zur Zeit außerdem durch landwirtschaftliche Aktivitäten und die große Trockenheit zu Staubaufwirbelungen und damit verbunden auch höheren Feinstaubkonzentrationen kommen.“

Das Übergreifen von Tiefausläufern aus nordwestlichen Richtungen – eine Wetterlage, die in der Region häufig vorkommt – sei fast immer mit einem Austausch der Luftmasse und einer deutlichen Verringerung der Schadstoffkonzentrationen verbunden, erklärt die Expertin.

In ganz Brandenburg registrieren insgesamt 20 Luftmessstationen verschiedenste Schadstoffe. Die Daten werden elektronisch an das Landesumweltamt übermittelt, dort ausgewertet und aufbereitet. „Die Ergebnisse dienen der Überwachung der Luftqualität. Sie werden aktuell im Internet – beispielsweise unter der Adresse http://www.luis.brandenburg.de/i/ubis/ veröffentlicht und in den deutschlandweiten und weiter in den europäischen Datenverbund eingespeist“, sagt Doris Lorenz. „Dort werden unter anderem aktuelle Luftbelastungs-Karten erstellt, die interessierte Bürger auf der Seite des Umweltbundesamtes unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de/daten/luftbelastung/aktuelle-luftdaten abrufen können.“

Weiterhin würden durch die jeweils zuständige Landes- und Bundesbehörde die gültigen Grenzwerte überwacht und Jahresberichte zusammengestellt. Schließlich seien die Daten Grundlage für die Luftreinhalteplanung in den Kommunen und für Aussagen zur flächenhaften Vorbelastung in Genehmigungsverfahren, so Lorenz.

Aber reichen nur 20 Stationen für ein ganzes Bundesland? Doris Lorenz beruhigt. „Die Kriterien für die Auswahl von Luftgütemess-Stellen sind auf europäischer Ebene gesetzlich festgelegt. Die Stationsdichte ist abhängig von der Bevölkerungsdichte pro Quadratkilometer und der Luftbelastung in diesem Gebiet.“ Die Anzahl und der Standort der Messstationen sei ausreichend, um die Luftqualität im gesamten Land Brandenburg entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu beurteilen.

In der Prignitz gibt es eine Station in Wittenberge, die nächstgelegene befindet sich dann in Neuruppin. Beide Stationen erfassen die Werte von Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon. An anderen Standorten werden zudem Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid registriert. „Die Luftbelastung durch Schwefeldioxid hat seit 1990 stark abgenommen. Die Jahresmittelwerte lagen an den höchstbelasteten Stationen im Land Brandenburg im Jahr 2014 zwischen 2 und 3 Mikrogramm je Kubikmeter Luft“, sagt Lorenz. Man könne davon ausgehen, dass dieser Wert im dünn besiedelten und wenig industriell geprägten Landkreis Prignitz noch etwas darunter liegt.

Ähnliches gelte für den Schadstoff Kohlenmonoxid. Die Messungen im Land seien in den letzten Jahren stark reduziert worden. „Selbst an den verkehrsbezogen Messstellen werden maximale Konzentrationen ermittelt, die weit unter den Grenzwerten liegen“ so Doris Lorenz.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen