Familienfreundlichkeit : Prignitz lernt von Trentino

Martin Wierschke und Alexander Schubert entwarfen die Plakate zum Projekt.
Martin Wierschke und Alexander Schubert entwarfen die Plakate zum Projekt.

Fachkräfte halten und gewinnen durch familienorientierte Branchenentwicklung

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30. März 2015, 22:00 Uhr

„Familienfreundlichkeit ist: mit absoluter Selbstverständlichkeit auf die familiären Bedürfnisse der Mitarbeiter zu reagieren“, steht auf einem Plakat. Darauf zu sehen ist Steve Hausmann vom Hotel Deutschen Kaiser in Perleberg mit zwei seiner Angestellten. Das Poster entstand im Rahmen des transnationalen Projekts „Fachkräfte halten und gewinnen durch familienorientierte Branchenentwicklung“, und ist nur eine Idee, wie man Familienfreundlichkeit in der Prignitz weiter voran bringen kann. Die Studenten Martin Wierschke und Alexander Schubert von der FH Potsdam präsentierten die von ihnen entwickelten Poster auf der Abschlussveranstaltung.

Ein Jahr zuvor startete der Regionale Wachstumskern (RWK) Prignitz, zusammen mit der Dehoga, dem Bündnis für Familien und dem Prignitzer Tourismusverband, den Erfahrungsaustausch mit der italienischen Provinz Trentino. Es wurden Gespräche mit Gastronomen, Hotels und Institutionen geführt. Ziel des Projekt war es, der Frage nachzugehen, wie eine bessere Familienorientierung die Prignitzer Tourismusbranche stärken kann und welche Rolle die Bedürfnisse der Familien vor Ort dabei einnehmen. Dafür fuhren Prignitzer Vertreter nach Italien und umgekehrt.

Uwe Neumann vom Prignitzer Tourismusverband bringt es auf den Punkt: „Für die Generation 50 + haben wir ein großes Urlaubsangebot. Aber die kommen noch nicht mit ihren Enkeln.“ Gerade im Prignitzer Gastronomie- und Hotelgewerbe seien Familien bisher kaum als Zielgruppe erschlossen und ein Bewusstsein für das Thema häufig nicht vorhanden, so eines der Ergebnisse des Abends. Doch es stellte sich auch heraus, dass Unternehmen sich um Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter kümmern, eine Betreuung für deren Kinder in den meisten Fällen geregelt sei.

„Da gibt es sehr viele Bausteine auf der Microebene“, schildert Dr. Oliver Hermann, Bürgermeister von Wittenberge als der geschäftsführenden Kommune des RWK. „Das fängt schon mit der Kita an. Gibt es feste Zeiten oder kann ich mein Kind individuell hinbringen und abholen. Oder gibt es auch auf der Speisekarte ein gesundes Angebot für Kinder?“

Und was existiert hier an touristischen Angeboten, die die Prignitz für Eltern oder Großeltern mit Kindern lohnenswert machen? Die Sommerrodelbahn in Groß Woltersdorfer, der Elefantenhof in Platschow, der Pferdehof Schörfke oder der Kletterturm in Wittenberge, zählt Hans-Jürgen Kiefer, vom Vorstand des Dehoga-Kreisverbandes als Beispiele auf. Er ist davon überzeugt, dass das jetzt beendet transnationale Austauschprojekt bei der Sensibilisierung hilft. „Die Familienfreundlichkeit ist zum Teil aber auch schon da und ist im ländlichen Bereich viel besser umzusetzen, als beispielsweise in der Stadt“, so Kiefer.

In Zukunft müsse diese Familienfreundlichkeit nur noch weiter nach innen gelebt und nach außen kommuniziert werden, sind sich die einzelnen Vertreter einig. „Das ist ein Prozess, den man da anschiebt“, meint auch Projektleiterin Siw Foge. „Die Akteure wollen zusammen arbeiten, um die Ideen voranzubringen“, sagt sie. Ein Beispiel hierfür sei der Stadt-Umland-Wettbewerb, an dem sich zur Zeit sechs Prignitzer Kommunen beteiligen. Auch hier steht das Thema „Familienfreundlichkeit“, im Vordergrund.  

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