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Der Prignitzer

19. Oktober 2017 | 23:52 Uhr

Prignitz kann Jugend Zukunft bieten

vom

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2012 | 09:51 Uhr

Wittenberge | Journalismus und Schule - wie gut das zusammen funktionieren kann, zeigte die zurückliegende Projektwoche am Gymnasium Wittenberge. Zum dritten Mal bot Biologielehrerin Karin Kreissl mit Unterstützung der Redaktion des "Prignitzers" ein Journalismusprojekt an. Entstanden sind lesenswerte Reportagen, Kommentare und Interviews zum Thema: "Weggehen oder hierbleiben?"

"Es geht darum, Spaß an Wort und Foto zu vermitteln", sagt Karin Kreissl. Passend zum Thema haben sich Schüler in Wittenberge umgesehen. Manche besuchten ein Altersheim, andere eine Autowerkstatt oder ein Tatoo- und Piercingstudio. Melanie Trampnau, Jahrgang zwölf, ist zum zweiten Mal dabei. Letztes Jahr hatte sie viel Spaß und sie kann sich vorstellen, den Beruf der Fotografin zu erlernen. "Dieses Jahr möchte ich weitere Erfahrungen sammeln und werde eine Werkstatt besuchen. Ich will zeigen, dass es sich lohnt, ein eigenes Unternehmen zu führen oder in einem angestellt zu sein - hier in Wittenberge."

Maxi Kuchar, Klasse zehn, und Vivien Nicklaus, Jahrgang elf, besuchten einen Friseur in der Wilhelmstraße. Sie interviewten den jungen Trendstylisten Manuel Fäthke. Einerseits reizt ihn beruflich Berlin als Großstadt, in der ganz andere Frisuren gefragt seien. Andererseits weiß er aber auch, dass in Wittenberge ebenfalls gute Jobaussichten bestehen. Ihn zieht es nicht unbedingt weg.

Auch im Tatoo- und Piercingstudio Am Stern gibt es ein klares Bekenntnis zur Stadt: "Die Familie hält mich hier, hier ist es schön ruhig, hier sammle ich Erfahrungen", antworten die Befragten. Schüler-Reporterin Maxi Kuchar sagt: "Jede helfende Hand wird hier gebraucht. Warum sollte ich also in die Großstadt gehen, wenn ich hier gut verdienen kann und meine Familie und Freunde hier sind." Sie ist sich sicher, hier bleiben zu wollen, das möchte sie auch mit ihrer Reportage und ihren Fotos zeigen. Das Projekt mache Spaß und für den Deutschunterricht lerne man auch gleich noch etwas dazu.

Karin Kreissl möchte die Schüler dazu bewegen, sich mit ihrer Heimat auseinander zu setzen. Auch sie selbst hatte nicht geplant, hier ihr Leben zu verbringen. Für zwei Jahre wollte sie in der Prignitz bleiben. Heute sieht sie das anders.

"Die Menschen hier sind toll und freundlich." Sie bedauere es, dass viele junge Leute nur einen Gedanken haben: Schnell weg aus der Prignitz, ab nach Hamburg oder Berlin. Das diesjährige Projektthema könne helfen, die jugendliche Sicht auf Wittenberge zu ändern bzw. den jungen Menschen neue Blickwinkel aufzuzeigen, sagt sie. Die Nachfrage zu diesem Projekt habe sie bewogen, es erneut anzubieten. Die Zusammenarbeit mit dem "Prignitzer" Redaktionsleiter Hanno Taufenbach mache Spaß und die Veröffentlichung der gelungensten Beiträge in der Tageszeitung sei ein Ansporn für die Schüler.

Präsentiert werden die Arbeiten am Sonnabend, dem 3. November, auf dem Präsentationstag des Gymnasiums.

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