Integration in der Prignitz wird gefördert : Prignitz ist Teil eines Pilotprojekts

Die Erfahrungen bei der Integration von Flüchtlingen in den Kommunen, wie hier in Groß Panow, sollen im Pilotprojekt publiziert und mit dem Verwaltungshandeln zusammengeführt werden.
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Die Erfahrungen bei der Integration von Flüchtlingen in den Kommunen, wie hier in Groß Panow, sollen im Pilotprojekt publiziert und mit dem Verwaltungshandeln zusammengeführt werden.

Förderprogramm soll Integration und Teilhabe von Zuwanderern voranbringen / Bosch-Stiftung unterstützt Landkreis und Kommunen

svz.de von
08. Februar 2018, 21:00 Uhr

Die Prignitz wurde als einer von bundesweit sechs Landkreisen in das neue Förderprogramm „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ der Robert Bosch Stiftung GmbH aufgenommen. Mit dem Projekt, das auf einer Studie und zahlreichen Interviews vor Ort beruht, reagiert die Stiftung auf den Bedarf vieler ländlicher Kommunen, die sich bereits seit längerem ihrerseits mit Fragen der Bindung, Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern beschäftigen.

Die konkrete Umsetzung werde Anfang März mit einer Anlaufberatung beginnen, teilte der Landkreis Prignitz mit. Seitens der Verwaltung werde der Migrationsdienst die Arbeiten koordinieren. Welches konkrete Projekt für das Förderprogramm ausgewählt wird, stehe noch nicht fest.

Die Prignitz wird in der Pilotphase bis Februar 2019 kontinuierlich durch einen Berater begleitet, der sich dem Praxisprojekt und überregionalen Vernetzungen widmet. „Zuwanderung, Integration und Teilhabe sind nicht erst seit der Flüchtlingszuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 wichtige Zukunftsthemen für Kommunen“, sagt Uta-Micaela Dürig, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung. „Viele Kommunen in ländlichen Regionen haben angesichts des demografischen Wandels erkannt, dass ihre Entwicklung stark davon abhängt, wie sie vorhandene Potenziale besser erschließen und neue Bewohner gewinnen können.“

Vor allem in ländlichen Gebieten fänden Flüchtlinge Wohnraum, insbesondere Familien. Hier könnten stabile und enge soziale Beziehungen leichter entstehen, das Engagement der Bürger vor Ort sei in den meisten Fällen beeindruckend und auch kleinere und mittelständische Unternehmen fragten Arbeitskräfte nach, so Uta-Micaela Dürig mit Blick auf eine Bedarfsanalyse der Stiftung in den Landkreisen.

So stelle sich auf dem Land oft die Frage, wie ohne Auto der Arbeitsplatz oder die kommunale Einrichtung erreicht werden könne. Hinzu komme, dass viele Kommunen in den vergangenen Jahren nur reagieren konnten und es an Konzepten in der Integrationspolitik fehlte.

Das Förderprogramm ermöglicht es den Landkreisen und Kommunen nach Angaben der Bosch-Stiftung, diese Aufgaben anzugehen und zukunftsfähige Modellprojekte vor Ort zu realisieren, die vorbildhaft für den ländlichen Raum wirken. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung eines Integrationskonzeptes, kommunalen Integrationsdatenmanagements oder die Gewinnung von Migranten für Pflegeberufe. „In einer Bedarfsanalyse hatten wir geprüft, wie die Flüchtlingsintegration in einer Reihe von Landkreisen verläuft und wie sich im Zuge dieses Prozesses Verwaltungsstrukturen verändern. Dabei zeigte sich ein hoher Bedarf an Veränderungen und Beratung“, erläutert Senior Projektmanagerin Raphaela Schweiger von der Bosch-Stiftung. Für die Analyse wurden zwecks Vergleichbarkeit Landkreise verschiedener Bundesländer beiderseits der Ost-West-grenze ausgewählt und dabei auch die parteipolitische Färbung berücksichtigt. „Die Landkreise konnten sich dann für die Pilotphase bewerben, die Prignitz hat das auch getan“, so Raphaela Schweiger. Hier lebten Ende 2017 fast 2300 Nicht-EU-Ausländer, Flüchtlinge und Asylbewerber mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus.

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