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Der Prignitzer

19. November 2017 | 09:22 Uhr

Prignitz-Express wird beschleunigt

vom

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2010 | 07:35 Uhr

Prignitz | Knapp eine Million Euro investiert die Deutsche Bahn AG derzeit in die Linie des Regionalexpress (RE) 6 - auch bekannt unter dem Projektnamen "Prignitz-Express". Die Ausgaben werden hauptsächlich aus Mitteln des Konjunkturpaketes bestritten, wie Bahnsprecher Gisbert Gahler auf Nachfrage des "Prignitzers" informierte.

Obgleich das Vorhaben Prignitz-Express 2008 zunächst für vollendet erklärt wurde, blieben im wahrsten Sinne des Wortes noch viele Baustellen offen, gibt es bis heute Diskussionen zur Qualität auf der Bahnstrecke. Allerdings, so Gahler, hatte man seinerzeit ein wichtiges Ziel erreicht: Die Fahrzeit von Wittenberge über Pritzwalk, Wittstock/Dosse und Neuruppin bis zum Berliner Stadtrand konnte deutlich reduziert werden. "Jetzt werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, die Geschwindigkeit auf weiteren Teilen der Strecke anzuheben", verdeutlicht der Bahnsprecher. Dazu gehöre auch der Abschnitt, der 2008 wegen Schnittstellenproblemen zur parallelen Strecke nach Putlitz zurückgestellt wurde: "In Pritzwalk haben wir unter anderem Gleise erneuert. Die Weichen im östlichen Vorfeld des Bahnhofs, also aus Richtung Meyenburg und Wittstock, folgen. Dann kann auch dort mit 60 Stundenkilometern in den Bahnhof eingefahren werden."

Zwischen Pritzwalk und Groß Pankow werden gegenwärtig 3770 Betonschwellen nebst 5236 Metern Schienen komplett erneuert, außerdem die Bettung maschinell gereinigt sowie Randwege und Bahngräben profiliert. Schienen und Schwellen seien stark verschlissen gewesen, betont Gisbert Gahler. Außerdem werden in diesem Bereich Bahnübergänge saniert.

Die längerfristige Sperrung der Strecke zwischen Wittenberge und Pritzwalk liege jedoch in den Arbeiten für die Stepenitzbrücke in Perleberg begründet. Die Bahn ersetzt sie durch einen Neubau. Bis zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember soll das erledigt sein. Weitere Baustellen werden jedoch bleiben, räumt Gisbert Gahler ein. Dazu gehöre der Bahnhof in Pritzwalk. Und hier wiederum werde eine der nächsten Maßnahmen die Erneuerung des elektronischen Stellwerks sein. Die Planungen seien abgeschlossen. Einen Starttermin gebe es indes noch nicht. Dieses Vorhaben werde ebenso vom Vorhandensein finanzieller Mittel abhängen, wie die Erneuerung von Bahnsteigen und die Sanierung des Fußgängertunnels. "Terminketten haben wir da noch nicht", sagt Gahler.

Und auch ein weiterer wichtiger Aspekt, der den RE 6 noch sehr viel attraktiver machen könnte, werde frühestens 2017 realisiert: die Anbindung bis ins Berliner Zentrum, konkret nach Berlin-Gesundbrunnen. Diese Entscheidung wiederum liegt auf dem Tisch der Länder Berlin und Brandenburg. Dr. Jens-Uwe Schade, Sprecher des brandenburgischen Infrastrukturministeriums, bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass der politische Willen sowohl in Berlin als auch in der Mark bekundet worden sei. "Derzeit läuft eine Studie zur technischen Machbarkeit", beschreibt Schade den aktuellen Stand der Dinge.

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