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Bauarbeiten im Hagen : Presse zieht ab, ohne zu pressen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Baugrund für neue Ufermauer muss vorgebohrt werden, bevor erschütterungsarmes Verfahren starten kann

von
erstellt am 14.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Mit ihren 60 Tonnen Gewicht ist die riesige Presse wahrlich nicht zu übersehen, die an der Ufermauer eingangs des Hagens – von der Bäckerstraße aus gesehen – Position bezogen hat. Doch kaum hat man sich an den Anblick gewöhnt, da wird sie auch schon wieder abgezogen– ohne zuvor großartig in Aktion getreten zu sein. Und von der neuen Spundwand sind zwar die Elementen zu sehen, aber oberirdisch, statt elf Meter tief im Boden. Der Grund: Es ist der Boden, der hier aus dichtgelagerten Sanden besteht. „Ein nahezu idealer Baugrund“, bestätigt Bauamtsleiter Hagen Boddin. Eigentlich, fügt er an, denn in diesem Fall ist er derart verdichtet, dass besagte Presse keinen Halt findet. Während einer ihrer vier Stempel in die Tiefe dringt, hebelt er bei fünf Metern die anderen drei, die als Gegengewicht für einen sicheren Stand sorgen sollen, bereits aus. Elf Meter müsse man aber die Spundwandelemente tief in den Boden bringen, einen Meter werden sie oberirdisch am Ende noch zu sehen sein und dann mit Natursteinmaterial vorverblendet.

Mit derartigen Schwierigkeiten habe man nicht gerechnet. Weder das Bodengutachten gab Anlass dazu, noch der Planer und auch nicht der Hauptauftragnehmer, die Firma Dau Brücken- und Verkehrswegebau aus Ludwigslust befürchteten, dass es Probleme geben könnte. Sie gibt es nun aber.

Das heißt erst einmal Bauverzug und damit wird das Zeitfenster ein Stück kleiner. Denn aus Naturschutzbelangen müssen bis Mitte September die Arbeiten im Mühlenkanal abgeschlossen sein. Insofern musste schnell eine Lösung gefunden werden. In Abstimmung mit der unteren Naturschutz und Wasserbehörde wird nun vorgebohrt. Im Klartext, die Presse wird erst einmal abgezogen, der Bohrer kommt. Voraussichtlich ab dem 25. August soll dann mit dem eigentlichen Pressen der Stahlspundwände begonnen werden.

Für dieses Verfahren und nicht fürs Rammen habe man sich entschieden, da es einfach erschütterungsärmer ist. „Wir wollen die umliegende Bebauung so vor Schäden schützen“, bringt es der Bauamtsleiter auf einen kurzen Nenner. Auch durch das Bohren im Vorfeld werde es keine entsprechenden Beeinträchtigungen geben.

400 000 Euro brutto sind insgesamt an Baukosten samt Planung veranschlagt. Das Vorhaben ist ein Projekt, das die BIG-Städtebau im Auftrag der Stadt im engen Zusammenwirken mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz umsetzt. Denn auch nach der Sanierung wird an der Ufermauer eingangs des Hagens der Krautziehplatz sein, dann allerdings ordentlich befestigt. Somit werde zugleich auch ein städtebaulicher Missstand beseitigt, wie Hans-Christian Sauer von der BIG sagt. Die Fläche wird mit Betonsteinpflaster ausgelegt, das vom Farbton her der Pflasterung oberhalb der Brücke entspreche. Bis Ende des Jahres soll alles fertig sein.

 

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