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Der Prignitzer

26. September 2017 | 18:23 Uhr

Ausscheid : Praxiswissen im realen Test

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wittenberge und Perleberg verzichten auf klassischen Wettkampf und die Kameraden begrüßen die neue Variante

von
erstellt am 26.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Keine knatternde Pumpe, kein Löschangriff nass, kein Sprint in schweren Klamotten – der gemeinsame Stadtausscheid der Feuerwehren Perleberg und Wittenberge hat sich bereits vor drei Jahren vom klassischen Wettkampfmuster verabschiedet und die Kameraden sind froh darüber, wie sie am Sonnabend mehrfach betonen.

Soeben haben sie an Blättern zehn Baumarten bestimmt, nebenbei eine Raupe kennengelernt und sich mit Perlebergs Stadtförster Stefan Koepp über einen Fahrzeugeinsatz im Falle eines Waldbrandes ausgetauscht. „Das ist praxisnah, es sind Aufgaben, die wir tatsächlich im Einsatz beherrschen müssen“, sagt Armin Pey, von der Dergenthiner Mannschaft.

Zum Trainieren für die anderen Disziplinen fehle ihnen die Zeit, die Verletzungsgefahr sei hoch und jünger werden sie auch nicht, ergänzt Sylvio Bethke. Da mache es viel mehr Spaß, sein Wissen zu testen, die Allgemeinbildung zu verbessern. Bei Förster Koepp bekommen sie die volle Punktzahl. Ein Blick auf ihren Laufzettel verrät, dass das heute schon mehrfach der Fall war. Fünf der acht Stationen haben sie mit der Bestnote verlassen.

„Gut“, urteilt Holger Schelle, der als Kampfrichter am Autohaus Gläss in Wittenberge den Radwechsel der Perleberger Kameraden beobachtet hat. „Den Unterbau habt ihr vergessen“, sagt Schelle. Im Zweifelsfall ein Sicherheitsrisiko, falls der Wagenheber versagt oder abrutscht.

Den Punktabzug akzeptieren sie ohne Diskussion. Auch das sei angenehm im Vergleich zum klassischen Ausscheid. Viel zu oft gerate der zu einer Materialschlacht, viel zu oft komme es zu Einsprüchen gegen die Wertung. „Nein, da sind wir uns einig. Dies hier ist die sinnvollere Variante“, sagt ihr Gruppenführer Ralf Reichl.

In der Rettungswache Wittenberge proben sie die Türnotöffnung, müssen die dahinter liegende leblose Person wiederbeleben. Wehrführer Chris Brandt stellt den Kameraden kurz vor Ende des Wettkampfes ein gutes Zeugnis aus: „Sie wissen, was zu tun ist.“

Dass seine eigene Mannschaft heute nicht antreten konnte, sei bedauerlich, so Brandt. Einige mussten Arbeiten, ein anderer Kamerad meldete sich krank und am gestrigen Sonntag ging es zur Partnerwehr nach Elmshorn. Deshalb nahm aus Wittenberge nur die Ortswehr Hinzdorf am Ausscheid teil.

Perleberg war mit sechs Mannschaften vertreten, kein motorisierter Ortsteil fehlte. „Das gelingt uns eigentlich immer“, so Stadtwehrführer Thomas Gäde, der in diesem Jahr die einzelnen Stationen ausgewählt hatte. Dazu gehörte auch das Binden klassischer Knoten und eine Übung mit Schläuchen.

Möglich machen diesen Ausscheid erst die vielen Helfer. Besonders hebt er den Stadtförster Stefan Koepp, den Rettungsdienst und den Landkreis hervor, der Material zur Verfügung gestellt hatte.

Im nächsten Jahr werde der Stadtfeuerwehrtag maßgeblich durch seinen Wittenberger Kollegen Jens Bösel vorbereitet. Am Modus wollen sie nichts ändern, darin sind sie sich einig und wissen die Kameraden hinter sich.


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