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Der Prignitzer

20. November 2017 | 16:42 Uhr

Potente Wirtschaft im Autobahndreieck

vom

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erstellt am 14.Jan.2011 | 07:04 Uhr

Meyenburg | Gleich vier Landtagsabgeordnete hatte sich gestern der Verein Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock (Dosse) e. V. eingeladen. "Denn wir wollen sie sensibilisieren", so Vereinsvorsitzender Mike Blechschmidt. Gemeint ist für ihn dabei zu hinterfragen, ob es bei der gegenwärtigen Evaluierung der brandenburgischen Wirtschaftsförderung und der 15 Regionalen Wachstumskerne (RWK), deren Ergebnis im Februar vorliegen soll, "wirklich um belastbare wirtschaftliche Fakten geht".

Auf jeden Fall fehlt Blechschmidt die nötige Transparenz bei diesem Vorgang. So habe die Stadt Wittstock, die zu den Räumen außerhalb der RWK gehört, die im Rahmen der Evaluierung untersucht wurden, "davon gar nichts mitbekommen, ein Evaluator war nicht vor Ort". Für Blechschmidt spreche ohnehin die Entscheidung der Landesregierung, nur Wittstock und nicht das gesamte Autobahndreieck, also den Mittelzentrumsbereich Pritzwalk-Wittstock/Dosse, zu untersuchen, dafür, "dass das Ergebnis von vornherein feststeht", denn Wittstock sei das wirtschaftlich schwächste Glied. Deshalb habe man Landtagsabgeordnete gestern in die Meyenburger Möbel GmbH eingeladen. Ina Muhß (SPD), Thomas Domres und Dieter Groß (Linke), sowie Dirk Homeyer (CDU) seien der Einladung gefolgt.

Vorgestellt wurde den Abgeordneten dabei ein Vergleich der steuerbaren Umsätze des Autobahndreiecks Wittstock (Dosse) mit den 15 RWK des Landes. 2007 haben die Unternehmerumsätze im Autobahndreieck demnach bei über 1,8 Milliarden Euro gelegen, in Spremberg dagegen bei rund 602 Millionen. Für den RWK Perleberg-Wittenberge-Karstädt sind rund 1,060 Milliarden Euro ausgewiesen. Für 2008 stünden für das Autobahndreieck Wittstock (Dosse) bereits 1,9 Milliarden Euro Unternehmerumsätze. "Das ist eine wirtschaftliche Kraft, die aber in vielen Statistiken nicht deutlich wird, weil sich unser Mittelbereich auf zwei Landkreise erstreckt, nämlich Prignitz und Ostprignitz-Ruppin", macht Blechschmidt deutlich.

Er betont, dass es dem Autobahndreieck nicht darum gehe, in der Region beispielsweise gegen den RWK Perleberg-Karstädt zu arbeiten. Aber er sieht Änderungsbedarf bei der brandenburgischen Wirtschaftsförderung. Es könne nicht sein, dass "bei einer weiteren Fokussierung auf die Wachstumskerne die Kühe geschlachtet werden, die die Milch geben". Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Straßenbau als prioritäre Maßnahme eines RWK gefördert werde. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass der wichtige Ausbau des Birkenweges in Meyenburg zum Gelände der Prignitzer Eisenbahngesellschaft ungefördert bleibt, obwohl dort weiter 80 Arbeitsplätze entstehen sollen, zeigt Blechschmidt ein konkretes Beispiel auf.


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