Über 2000 Besucher : „Pollo“ stößt langsam an Grenzen

Auf großer Fahrt mit der kleinen Bahn: Fiete Horn (l.) und Nils Böttcher.
Auf großer Fahrt mit der kleinen Bahn: Fiete Horn (l.) und Nils Böttcher.

Vereinsvorsitzender sieht Kapazitäten ausgeschöpft

svz.de von
29. März 2016, 08:00 Uhr

Gleich zwei Züge sind an den vier Ostertagen zwischen Lindenberg und Mesendorf unterwegs – ein Novum in der bisherigen Geschichte der Osterfahrten. „Nur so können wir dem Ansturm gerecht werden, wir haben erstmals eine Dampflok im Einsatz und die Diesellok“, so Sven Lieberenz, Vorsitzender des Prignitzer Kleinbahnmuseums Lindenberg e. V. Sieben Mal am Tag ging es nach Brünkendorf.

Hier wurden Osterkörbe versteckt und die Kinder begaben sich auf die Suche im Osterwald. Schon allein logistisch war das eine große Aufgabe. Auf etwa 200 Kinder schätzt Lieberenz die Zahl derer, die die Reise täglich antraten. „Wir haben allein vier Leute, die nur für das Verstecken zuständig sind“, verdeutlicht er. Dies, plus die Zahl der Fahrgäste – etwa 600 pro Ostertag, lässt den Pollo-Verein mit seinen ehrenamtlichen Mitglieder, aber auch die Züge selbst langsam an ihre Grenzen stoßen. „Jedes Jahr wird es mehr. Alle wollen Reisen wie zu Omas Zeiten – auf Holzbänken, auch mit offenen Fenstern – aber es soll ja keiner stehen wie die Ölsardinen, dann haben wir überzogen“, so Lieberenz.

Doch so weit ist es noch nicht und so hält auch der „Pollo“ dieses Jahr wieder viele Veranstaltungen bereit. Egal ob Dampflokeinsatz zu Himmelfahrt, die Personenzüge alle zwei Wochen im Juli und August oder die Schmalspur Expo 2016 am 17./18. September – die Mitglieder des „Pollo“ sind immer im Einsatz oder besser ,unter Dampf‘. „Bei der Expo kommen vor allem die Modellbahnfreunde auf ihre Kosten. Insgesamt wird in drei Sälen ausgestellt“, erklärt Lieberenz.

Und auch geheiratet werden kann noch im „Pollo“. „Das ist immernoch möglich, leider hat sich noch niemand getraut, aber wir und die Standesämter stehen bereit“, so der Vereinsvorsitzende.

Dafür, dass die Prignitzer noch lange Freude an „ihrem Pollo“ haben, sorgt nicht zuletzt Gründungsmitglied Rainer Knurbien. Sein Enkel Nils Böttcher fährt die Feldbahn und ist auch als Schaffner im Einsatz. „Er hat mich begleitet, seit er klein war, hat immer die kompletten Ferien hier verbracht und war immer mit dabei“, blickt Knurbien zurück. Und der Enkel ist immer voll im Einsatz. „Sonst sieht man so eine alte Technik ja selten, außerdem kommt man mit den Leuten in Kontakt und ich kann hier selber mit anpacken“, erzählt der 14-Jährige. Die Voraussetzungen sind also da, um den Wunsch seines Großvaters zu erfüllen: „Er ist ja schon in meine Fußstapfen getreten und vielleicht kann er sich den Eisenbahnvirus bewahren und bleibt dem ,Pollo‘ treu.“

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