Polizei spart an Handys

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02. Mai 2012, 06:26 Uhr

Prignitz | Einige der Prignitzer Revierpolizisten müssen künftig auf ihr Diensthandy verzichten. Dieses gehöre nicht zur Standardausrüstung, begründet Peter Schröder, Leiter der Polizeiinspektion Prignitz. Im Zuge der Polizeireform sei über die Notwendigkeit und die Verteilung aller Führungs- und Einsatzmittel entschieden worden. Neben Handys sind das beispielsweise Laptops und Funkgeräte. "Wir hatten eine solide Ausstattung die über der anderer Schutzbereiche lag", sagt Schröder. Eine Beeinträchtigung für die Arbeit der Repos sehe er aber künftig nicht.

Allerdings müssen nicht alle 19 Revierpolizisten ihr Handy abgeben. Acht von ihnen sollen es vorerst behalten, da sie jenseits der Städte auf dem Land eingesetzt seien. Das betrifft die Zuständigkeitsbereiche Bad Wilsnack, Lenzen, Karstädt, Plattenburg, Putlitz-Berge, Meyenburg sowie Gumtow. "Hier hat sich das Handy bewährt, deshalb behalten wir es bei", so Schröder. In den Städten sei die Situation eine andere. "Der Funk ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel."

Per Funk könnten alle Kollegen ihre jeweilige Dienststelle direkt und sicher erreichen. "Die Erreichbarkeit innerhalb des Landkreises ist rund um die Uhr gewährleistet", versichert der Polizeichef. Der jeweilige Dienstgruppenleiter kann dann je nach Notwendigkeit Maßnahmen veranlassen, die den Repo unterstützen. Der direkte Draht in die Dienststelle sei aber auch beabsichtigt, "dadurch gibt es keinen Informationsverlust", begründet Schröder. Wichtig aus seiner Sicht sei ebenfalls, dass für Bürgermeister alle Ansprechpartner wie bisher unter den bekannten Telefon- und Handynummern erreichbar bleiben.

Ob 2013 überhaupt noch Handys notwendig seien, bleibe abzuwarten. Im ersten Quartal soll nach mehrjährigen Verzögerungen der Digitalfunk eingeführt werden. Technisch sei dann mit den polizeilichen Funkgeräten viel mehr machbar, als mit den heutigen. Sie sollen über Fotofunktionen verfügen, Telefonkonferenzen etc. ermöglichen. "So ist es zumindest angekündigt", sagt Peter Schröder.

Dass Revierpolizisten ihre Handys abgeben, bedeute aus seiner Sicht also nicht, dass deren Aufgaben als weniger wichtig eingestuft würden. Das Gegenteil sei der Fall. Gerade im ländlichen Raum werde ihre Bedeutung noch wachsen. Das bewerte die Landespolizei nicht anders. Daher gibt es eine Arbeitsgruppe "Rolle Repo 2020". Sie beschäftigt sich unter anderem mit der notwendigen Anzahl der Revierpolizisten.

Derzeit sei ein Repo für rund 4000 Bürger zuständig, in der Prignitz seien es etwa 4300 bis 4400. An diesem grundsätzlichen Verhältnis werde sich aus Schröders Sicht wohl auch nichts nach 2020 verändern. Für die Prignitz würde das bei dem prognostizierten Bevölkerungsrückgang bedeuten, dass es statt 19 nur noch 18 Repos gibt.

Kurzfristig erwartet Schröder ein zusätzliches Einsatzfahrzeug. Derzeit müssen sich Repos im Raum Meyenburg und Groß Pankow ein Auto teilen. Das dürfe nicht sein, "jeder Repo braucht einen eigenen Wagen", sagt Inspektionsleiter Schröder.

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