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Der Prignitzer

24. November 2017 | 12:32 Uhr

Polizei fasst 15-köpfige Einbrecherbande

vom

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2013 | 06:40 Uhr

Neuruppin / Prignitz | Sie soll bis zu zwei Millionen Euro Schaden angerichtet haben, jetzt ist sie der Soko "Nordwind" ins Netz gegangen. Die Polizei hat einer Einbrecherbande aus der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin das Handwerk gelegt.

Nach einer Reihe von Anschlägen auf Windkraftanlagen, Fahrkarten- und Zigarettenautomaten im Nordwesten Brandenburgs fasste die Sonderkommission der Polizei 15 Verdächtige. Gegen vier von ihnen wurde Haftbefehl erlassen, aber nur einer kam tatsächlich in Untersuchungshaft, die drei anderen gegen Auflagen frei. Die Bande soll für insgesamt 56 Fälle verantwortlich sein und einen Schaden von rund zwei Millionen Euro angerichtet haben, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei gestern in Neuruppin mit.

Die Ermittler sind unter anderem durch die Überprüfung von Schrotthändlern auf die Spur der Täter gestoßen, hieß es. Bei den seit Juli vergangenen Jahres registrierten 42 Übergriffen auf Windkraftanlagen - mehr als die Hälfte davon im Landkreis Prignitz - hatte es die Bande vor allem auf Buntmetall abgesehen. Die mutmaßlichen Täter brachen die Eingangstüren auf, rissen Kabelbäume heraus und erbeuteten so insgesamt zehn Tonnen Kupfer. Durch den Verkauf sollen sie bis zu 50 000 Euro erlöst haben.

"Mit dem Geld beglichen die Männer im Alter zwischen 19 und 23 Jahren dann Schulden oder leisteten sich teure Hotelbesuche mit Prostituierten", sagte Polizeisprecher Toralf Reinhardt. Die Bandenmitglieder stammen den Angaben zufolge aus den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin.

Seit Februar dieses Jahres sei die Gruppe dann offenbar auf Fahrkarten- und Zigarettenautomaten umgestiegen, erklärte Reinhardt. "Sie hatten es vor allem auf Geräte entlang der Prignitz-Express-Strecke abgesehen, dort, wo kaum Betrieb auf den Bahnhöfen war." Betroffen waren Anfang Februar u. a. Automaten in Glöwen, Bad Wilsnack und Perleberg.

Mit Hilfe von selbstgebastelten Sprengsätzen brachten die Verdächtigen die Automaten zum Bersten, aber nur in fünf Fällen kamen sie tatsächlich auch an Bargeld heran. Die höchste Einzelsumme soll sich auf 7000 Euro belaufen. Der angerichtete Schaden liege aber sehr viel höher. "Bei einem Gerät sind bis zu 27 000 Euro Schaden entstanden", so der Polizeisprecher.

Als Sprengstoff soll Schwarzpulver aus Silvesterböllern verwendet worden sein. Im Rahmen der Durchsuchungen wurde bei den Männern jede Menge hochexplosiver Sprengstoff gefunden. Eine Spezialeinheit musste diesen noch an Ort und Stelle sprengen.

In Zusammenhang mit den Ermittlungen sind auch drei Schrotthändler aus Ostprignitz-Ruppin und dem Havelland ins Fadenkreuz der Soko geraten. Gegen sie wird wegen Hehlerei ermittelt, weil sie gestohlenes Buntmetall angekauft haben sollen.

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