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Der Prignitzer

23. Oktober 2017 | 01:05 Uhr

Fischers Abschied : Polemik bis zum Ende

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Auch die letzte Parlamentssitzung mit Fred Fischer als Bürgermeister ging nicht ohne emotionale Spannungen ab

von
erstellt am 20.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Die Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstagabend – eine Abschiedsvorstellung für Fred Fischer. Beim Bürgermeistervotum am 18. Januar hatte die Mehrheit der Wähler sich für Annett Jura als neues Stadtoberhaupt entschieden. Sie tritt ihren Dienst im Rathaus offiziell am 2. März an.

Große Überraschungen waren vorgestern nicht zu erwarten. Die gab es auch nicht. Allerdings wurde auch die Abschieds- und Dankesrunde, die es am Ende des öffentlichen Teils der Sitzung gab, wiederum eingetrübt. Ein Statement von Hans-Peter Freimark (parteilos; SPD-Fraktion) sorgte für Unmut und auch für lautstarken Protest aus dem Auditorium. Freimark „bedankte“ sich mit: „Ich danke Herrn Fischer für die von ihm geäußerte Lebensweisheit, ‘dass sich auch ein Fischer im eigenen Netz fangen kann.‘“ Zudem, so Freimark, bedanke er sich bei den Bürgern für ihr Wahlvotum. Zwischenruf einer Frau aus dem Publikum: „Sie sollten sich schämen! Was für ein Niveau!“

Dass selbst die letzte Stadtverordnetensitzung mit Fred Fischer nicht von solchen Vorkommnissen verschont bleibe, sei schade, so Thomas Domres (Linke) seinen Unmut. Diese Form von Polemik sei nicht am Platze. „Man darf sich in der einen oder anderen Sache auch mal zurücknehmen“, richtete er seine Worte an Hans-Peter Freimark. Vor zwei Jahren habe die Linke angeboten, die Vertrauensfrage zu stellen. Dieses Angebot sei nicht angenommen worden. Am 18. Januar wurde regulär gewählt, dieses Ergebnis sei zu akzeptieren.

Thomas Domres eröffnete sodann die Dankesrunde, überreichte Blumen an Fred Fischer und wünschte ihm alles Gute für die Zukunft. Vertreter der anderen Fraktionen taten es ihm gleich, stellten zwar heraus, dass die vergangenen acht Jahre teils von Problemen und Konflikten überschattet worden seien, man nichtsdestotrotz die Arbeit Fischers als Bürgermeister natürlich anerkenne.

Anerkennung und Akzeptanz waren auch Stichworte für Fred Fischer selbst: Mehr davon wünsche er sich, was die Arbeit der Stadtverwaltung anbelange. Perleberg habe sich, so Fischer, in den zurückliegenden Jahren erfolgreich entwickelt, die Verwaltung sei Teil dieses Erfolges. Dass man die Stadt von innen nach außen entwickelt und sich für eine kleinteilige Gewerbeansiedlung entschieden habe, sei richtig gewesen. Fischer betonte auch, dass er den Job des Bürgermeisters stets sehr gern und mit Freude ausgefüllt habe. Wermutstropfen für ihn: Die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen ihn beim Oberverwaltungsgericht – jenem Gericht, das ihn 2013 per Eilentscheid wieder ins Amt hob. Inzwischen, so Fischer, seien Kosten von rund 65 000 Euro für die juristische Auseinandersetzung aufgelaufen, die die Stadt bezahlen müsse. Dass die Klage, trotz des Wahlergebnisses vom 18. Januar, forciert werden solle und er dies von seinem Anwalt erfuhr, sei „kein schöner Abgang“. Er werde sich dennoch auch künftig dort einbringen, wo es sinnvoll sei und „ich werde ein interessierter Bürger sein“, sagte Fred Fischer.  

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