Prignitzer Meteorologe : Polarlichter in der Prignitz

Polarlichter am Nachthimmel über Karstädt.
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Polarlichter am Nachthimmel über Karstädt.

Dem 14-jährigen Johannes Herper gelingt eine tolle Aufnahme des Naturschauspiels. Tausende haben sich das Foto auf Facebook bereits angeschaut

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20. März 2015, 08:00 Uhr

Im Weltraum tobt ein gewaltiger geomagnetischer Sonnensturm. Er entzündet ein buntes Feuerwerk von Polarlichtern, die den Nachthimmel über Deutschland leuchten lassen. Johannes Herper aus Karstädt hat das Naturschauspiel fotografiert.

14 Jahre jung, 8. Klasse, Gymnasium Perleberg. Johannes schnappte sich Dienstagabend seine Spiegelreflexkamera, eine Nikon D 5200, ging hinaus auf einen Acker. „Selbst mit bloßem Auge konnte ich das beeindruckende Spiel aus Farben am nördlichen Himmel erkennen.“ Entstanden ist dieses wunderschöne Foto. Details der Aufnahme: Blende 3,5; 10 Sekunden; Iso 3200.

Noch in der Nacht zu Mittwoch veröffentlichten wir es auf unserer Facebookseite. Binnen weniger Stunden schauten es sich 4000 User an. Bis gestern waren es fast 19 000. Das ist ein Rekord auf unserer Seite, die regelmäßig von 8000 Fans gelesen wird. „Echt schön, sieht aus wie aus einem Buch“, schreibt Julia Wick und Pauli CK Claudi meint: „Die Natur zeigt immer wieder ihre schönsten Seiten!“

Johannes Herper ist vertraut mit solchen Naturereignissen und dem Nachthimmel. Obwohl er noch so jung ist, beschäftigt er sich seit mehreren Jahren mit der Meteorologie und Astronomie. Unsere Redaktion hat schon mehrfach mit ihm bei außergewöhnlichen Wetterereignissen in der Prignitz zusammengearbeitet. Er selbst kommentiert seine Leidenschaft kurz und knapp so: „Mich fasziniert eigentlich so gut wie alles, was dort oben passiert.“

In diesem Fall hatte er sich im Internet über Zeit und die genaue Position informiert, an der die Polarlichter zu sehen sein werden. Zahlreiche Seiten thematisieren den Sonnensturm, der in so einer Intensität nur alle paar Jahre vorkommt. Besonders faszinierend fand Johannes die Aurora Borealis – die vertikal verlaufenden Streifen bei Polarlichtern.

Sein meteorologisches Wissen habe er sich über die Jahre selbst angeeignet. Er kämpft sich seit 2007 autodidaktisch durch die Fachliteratur. „Manchmal verstehe ich es einfach noch nicht“, gibt er zu. Aber dann holt er sich Rat von Experten oder recherchiert im Internet.

2014 berichtete ein Fernsehsender über ihn im Zusammenhang mit einem Unwetter. „Das war ein verdammt toller Moment in meinem jungen Leben.“ Mittlerweile sei er nicht mehr aufgeregt vor Publikum über sein Hobby zu sprechen. Auf seinem eigenen Facebookprofil postet er Bilder und beschreibt die fotografierten Wetterphänomene. Im Sommer sind das häufig Gewitterblitze, die er besonders liebt. Und wenn es kein Wetterextrem ist, reize ihn sogar der ganz alltägliche Sonnenuntergang am Prignitzer Horizont.

Wer so oft wie Johannes in der Nacht fotografiert, kommt spät ins Bett. Für einen 14-Jährigen auch manchmal viel zu spät. Im Durchschnitt schlafe er sechs bis acht Stunden, aber wenn ihn Polarlicht und Blitze ins Freie locken, seien es nur drei bis fünf Stunden. „Das ist dann zwar anstrengend, aber mein Hobby macht mir nun mal richtig viel Spaß.“

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